Oh, 2019!

Moin,

zwischen den Tagen, zwischen den Jahren, zwischen den Jahrzehnten – in dieser besonderen Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr setzt bei mir die Melancholie ein. 2019 – was warst du nur für ein unfassbar verrücktes Jahr. Ich will mit euch noch einmal das Jahr Revue passieren lassen und zwar quartalsweise. Los geht’s:

Januar bis März: Zwischen Urlaub- und Umbaumodus

Für mich bzw. uns startete das Jahr recht trubelig. Unser langersehnter Familienurlaub (zwei Nächte in Kopenhagen) standen uns am 3.1. Damit wir stressfrei anreisen können, hatten wir uns für den Zug entschieden. Allerdings für den um 10 Uhr von Flensburg nach Kopenhagen und nicht für den superfrühen Zug. Unser Glück. Der frühere Zug hatte einen Unfall. Acht Menschen verloren dabei ihr Leben, weil der Zug von einem umgekippten Lkw auf der Großen Belt-Querung erfasst wurde. Das schlimmste Zugunglück in Dänemark seit 1988. Noch heute gruselt mich der Gedanke an das Geschehene. Der Trip nach Kopenhagen war so davon überschattet, dass ich bis heute – ein Jahr danach immer noch nicht den Kurztrip verbloggt habe. Vielleicht schaffe ich es irgendwann nochmal.

Weiter ging es dann mit der Grünen Woche. Für mich als Projektleiterin Netzwerk mit die wichtigste Veranstaltung im Jahr. Hier trifft sich alles, was von und mit der Landwirtschaft lebt. Ich liebe die Grüne Woche, weil sie so ihren ganz eigenen Charme hat und auch sogar ohne den Sekt bei den Abendveranstaltungen wirklich schön ist. Das einzige, was ich bei den Empfängen jedoch vergesse, ist das Essen. Deshalb gab es auch abends nach einer Abendveranstaltung nochmal den Roomservice.

Im Frühjahr wurde nicht nur mein Bauch zur Einzimmerwohnung ausgebaut – nein, unser Zuhause in Nordfriesland bekam auch eine neue Aufteilung. Hier wurde fleißig gehämmert, gezimmert und gespachtelt. Das Ergebnis konntet ihr dann ja hier nachlesen.

April bis Juni: Zwischen Gartenprojekten und Geburtsvorbereitung

Mitte April war mein letzter Arbeitstag. Das war schon sehr komisch. Ich liebe meinen Job nämlich sehr. Ein stranges Gefühl aus „das Team in Berlin im Stich lassen“ und „endlich Zeit für Familie“ durchzog meinen Körper. Um dieses Gefühl zu unterdrücken, griff ich zu einem probaten Mittel: Aktionismus. Das Frühjahr war mein DIY-Quartal. Hochbeet statt Hortensien-Hospiz, Kuchen backen statt Coppenrath & Wiese.

Wenn ich nicht grad irgendetwas spaxxte, dann saß ich beim CTG. Einen Monat lang. Täglich. Irre. Noch ein paar Tage mehr und ich wäre zur Weihnachtsfeier von der Praxis eingeladen worden. Dann am 3. Juni endlich die Erlösung. Neun Tage nach Termin. Unser kleiner Sonnenschein erblickt die Welt. Von nun an sind wir zu viert. Geil!

Juli bis September: Dolce Vita in Nordfriesland

Irgendwie war es ein richtig schöner Draußensommer. Zumindest in meiner Erinnerung. Wir haben oft Besuch gehabt, viel gegrillt, viel Zeit draußen verbracht. Auf der Terrasse, am Meer oder am Lagerfeuer. Die Uhren drehten gefühlt langsamer und ich kam so richtig zur Ruhe. Meine Akkus waren wieder voll und ich konnte mich voll und ganz meiner Mamarolle widmen. Bis Mitte September – der Geburtststunde der Treckermitfahrzentrale.

Oktober bis Dezember: App aufs Land

Die im September gestartete Treckermitfahrerzentrale entwickelte sich weit über meine Vorstellungskraft hinaus zu etwas Großem, der App aufs Land. Es folgten Anfragen und Pressetermine noch und nöcher. Eine Übersicht könnt ihr hier nachlesen. Als besondere Auszeichnung gewann ich den Förderpreis der Agrarwirtschaft. Doch wer jetzt denkt, das sei das i-Tüpfelchen gewesen, den muss ich enttäuschen. Die Krönung war das erfolgreiche Crowdfunding, das heute Abend um 23:59 Uhr endet sowie das schöne StadtLandWichteln 2019.

Ach 2019, du meintest das aber auch gut mit mir. Danke für alles und vor allem danke an alle, die zu diesem Glück beigetragen haben. Ihr seid großartig.

Einen guten Rutsch wünsche ich euch!

Alles Liebe für 2020,
Eure Deichdeern

One comment Add yours
  1. Liebe Julia,

    mit ganz viel Freude und Interesse haben wir hier vom Niederrhein an deinem spannenden Leben teilgehabt! Und werden es natürlich auch weiterhin nehmen 😉
    Besonders dein Highlight – die App aufs Land – hat uns sofort mitgerissen und uns nicht lange zögern lassen, zu spenden 😉

    Für den Fall, dass du wieder einen deiner spannenden Beiträge auf der IGW in Berlin hälst, verrate doch sehr gerne, wann. Vielleicht schaffen wir Niederrheiner es dann auch mal in die große weite Welt und hören uns einmal einen Beitrag live an 🙂

    Ganz herzlichst, regnerische Neujahrsgrüße vom Niederrhein,

    Christina vom Genholter Hof

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