„Obacht, es wird pustig heute Nacht“, mahnt der Radiomoderator. Recht sollte er haben. Orkanartige Böen bis 120 km/h pfiffen bei uns über das platte Land. Irgendwie packt es mich schon um 6:10 Uhr (neue Zeit – alte Zeit? Scheißegal, auf jeden Fall früh) aus den Federn. Unser großes, reetgedecktes Haus knarrt, das Parkett knackt. Eine Komposition aus urig und gruselig. Erstmal in die Küche tapsen, Kaffee machen und das Spektakel genießen. Das Haus schläft noch. Ich merke, wie gut es sich anfühlt, einfach mal an nichts zu denken. Nur der Wind, der Kaffee und ich. Gegen 8 erwacht der Rest vom Fest und wir beschließen unsere sieben Sachen zu packen und die Sonnenstrahlen einzufangen. Wer weiß, wann es wieder welche gibt.
Unsere Entdeckerlaune treibt uns nach Südwesthörn, um frisch angespültes Treibholz zu ergattern, doch wir sind zu spät. Die regionale Treibholzmafia kommt uns schon mit einer vollen Sackkarre entgegen. Memo an mich selbst: Ich sollte achtsamer mit meinen Geheimplätzen umgehen. Weiter geht’s. Zwar ohne Treibholz im Gepäck, aber mit einem klaren, durchgepusteten Kopf. Ein wirklich witziges Phänomen, das der Wind so eine spürbare Wirkung bei mir hinterlässt. Sobald ich es ein bisschen pustig um die Ohren habe, fange ich an mich zu fokussieren. Grad der richtige Zeitpunkt, denn die kommenden Wochen werden mir beruflich einiges abverlangen. Jetzt fühle ich mich gewappnet.
Der Ausflug geht weiter. Von der Nordsee an einen Binnensee, genauer gesagt an das Hülltofter Tief. Ein Badesee samt Badestelle zwischen Niebüll und dem dänischen Tondern. Zum nahegelegenen Emil-Nolde-Museum kann man sogar rüber schauen.
Nach unseren beiden kleinen Ausflugszielen soll nun das Dritte folgen: Das Nolde Museum. Dieses hat nicht nur kulturell einiges zu bieten mit seiner Ausstellung, dem Nolde Haus und dem malerischen Garten, sondern auch kulinarisch kommt man hier voll auf seine Kosten. Insbesondere im Herbst liebe ich diesen Platz sehr. Seit März 2017 ist das Café in der Hand der Niebüller Backstube (Mo-So, 10-18 Uhr geöffnet). Kleiner Tipp: Selten bekommt man ein so üppiges Frühstück in so malerischer Atmosphäre. Ein Muss für jeden Touristen und Nordfriesen. Ganz besonders finde ich auch den Sonntagsbrunch. Wenn Besuch hat (oder ein Date) und mal so richtig auf die Tonne hauen möchte mit unserer Region, dann würde ich dort hinfahren. 😉
So, ihr Lieben, ich werde jetzt den Sonntag weiter mit meinen Liebsten verbringen. Wir sind fleißig am werkeln in der Ferienwohnung und später darf ich noch ins Kino. Darauf freue ich mich auch schon sehr. Habt es fein!
Frische Grüße,
Eure Deichdeern
