Website-Icon

„Ich mache das jetzt“: Wie aus der #BlaBlaTrecker-Aktion eine großes App-Projekt wird

Moin!

Ich muss gestehen, ich bin etwas aufgeregt diese Zeilen zu schreiben, denn ich habe gerade einen Markenanwalt beauftragt den Namen meiner App schützen zu lassen. Aber welche App?! Ich hole am besten mal alle ab, die mir nicht auf Instagram folgen:

Vorletzten Sonntag ist Volker mit seinem Patenkind auf den Hof seines Bruders gefahren, weil er gerne mal auf den Bauernhof wollte und dort primär Trecker mitzufahren – das Nonplusultra für jeden Sechsjährigen. Mein Sohn fragte mich, warum nicht alle Menschen einfach mit auf einem Trecker fahren können – und ich hatte keine Antwort. Zumindest keine, die ein Dreijähriger akzeptiert. Irgendwie ließ mich das nicht los. „Ja, warum eigentlich nicht?“ fragte ich mich – und gründete die Treckermitfahrerzentrale mit dem Hashtag #BlaBlaTrecker. Ein Formular, in dem man seinen Mitfahrwunsch oder sein Mitfahrangebot eintragen kann.

Ehrlich gesagt, dachte ich, es würden sich so zwei bis fünf People melden, aber es waren 170 binnen drei Tagen – und es werden täglich mehr. Ich verbrachte also meine Abende am PC, sortierte Angebot und Nachfrage nach Postleitzahl und schrieb Mails oder connecte bei Instagram. Mein Bestreben ist es, dass erstmal jeder, der nachfragt auch einen passenden Landwirten bekommt.

Nachdem nun die ersten Treffen stattfanden und alle heiß waren, wollten sie wissen wie es weiter ginge. „Julia, das kann doch keine einmalige Sache gewesen sein“, bekam ich als Privatnachricht via Instagram. Und auch die Schreie nach mehr Bauernhof wurde lauter – also entschied ich mich, eine App in Erwägung zu ziehen. Ich schnappte mir die Lütte, packte sie in den Kinderwagen und schob und schob und schob. „Soll ich es machen?“ fragte ich mich. „Naja, verlieren kannste ja eigentlich nichts.“ Dann musste ich zur Seite schieben, weil mir ein Trecker entgegenkam. Ein riesen Geschütz. Der Fahrer ging vom Gas und fuhr vorsichtig an mir vorbei. Der Fahrer grüßte und seinen Lippen entnahm ich ein „danke“. Neben ihm saß ein ca. acht Jahre alter Junge. Der Junge beobachtete den Fahrer und grüßte zeitverzögert auch. Ich sah eine Mischung aus Anspannung und Stolz in seinen Augen. Konzentriert und doch wolle er dem Großen nacheifern und auch grüßen. Oh Gott, das erinnerte mich so daran, wie mein Opa mich früher mitgenommen hatte. Das war auf einem 60er Deutz. Mit einem Kälberstrick hat er mich festgetüddelt. Von Oma gab es noch ein Kissen aus der Guten Stube untern Mors, damit ich keine Blasenentzündung auf dem Blech bekam. (Heute haben schon viele Trecker gepolsterte Beifahrersitze mit Fünf-Punkt-Gurt!) Ach, wie hab ich das geliebt.

Und da war er. Der Moment nach dem ich gesucht habe. Dieses stolze, glückliche Kind für den der Fahrer der König der Welt ist. In dem Moment wusste ich, ich mach das jetzt.

Wie finanziere ich das ganze?

Letztes Wochenende verbrachte ich unzählige Stunden damit eine Bewerbung für den Förderpreis der Agrarwirtschaft zu verfassen. Bewerbungen schreiben…huijuijui- das ist bei mir auch schon etwas her… Bei dem Preis gibt es 9.000€ zu gewinnen. Ich muss sagen, dass ich damit schon ein großes Stück weiter kommen würde. Insgesamt rechne ich mit 15.000-20.000€ Kosten für die App. Den Großteil (aktueller Kostenvoranschlag ca. 7.000€) geht an die Softwarebude, die mir das Ding bauen wird. Dann kommen noch Anwaltskosten, Steuerberater, Marken- und Patentamt, Grafik sowie Werbung dazu. Ich entscheide mich dafür ein Crowdfunding in Erwägung zu ziehen für die IDee. Erst wenn ich die Finanzierung steht, lass ich das Ding bauen.

Wie wird die App nachher aussehen?

Geplant ist, dass Landwirte sich ein Profil anlegen können. Es wird unterschiedliche Anklickmöglichkeiten geben. Eine „Treckermitfahrt“ ist das eine. Es sind aber auch allgemeine „Hofbesichtigungen“ oder auch „Tiere gucken“ und „Mithilfe bei der Ernte“ angedacht. Weitere Vorschläge werden sehr gern angenommen. Außerdem kam aus einer Metropole der Wunsch, dass sich bitte auch LandFrauen oder LandMänner dort listen lassen mögen, die anderen gerne beibringen, wie man richtig kocht. Also mit Sahne, wenn ihr versteht, was ich meine. 😉 Der App-Anwender kann dann seine Postleitzahl eingeben und einen Umkreis festlegen. Wie bei Tinder wäre es dann zum Beispiel möglich, den idealen Hof zu finden. Bei einem Match wird die Nachrichtenfunktion freigeschaltet. So der Plan. Was haltet ihr davon? Ich sag euch, dass wird ne Mischung aus Airbnb Experience und Jochen Schweizer für die Landwirtschaft bzw. das Landleben. App aufs Land!

Eure Deichdeern

Die mobile Version verlassen