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Junge Frauen braucht das Land

Moin,

Wenn man es runterbricht, gibt es zwei Arten von Menschen auf der Welt: Quatscher und Macher. Ok, quatschen kann ich auch gut, aber in machen bin ich besser.

Deshalb hab ich Ende April dazu aufgerufen, dass sich junge Frauen vom Land, vorerst gern von der Westküste, bei mir melden dürfen. Ich habe eine Facebookgruppe namens „Junge LandFrauen Nordfriesland“ angelegt, meine Freundin Lena Haase parallel eine für Dithmarschen und schwuppdiwupp waren wir binnen Stunden bei über 700 (!) Mitgliedern.

Dann hab ich erstmal bei unserer Kreislandfrauenvorsitzenden angerufen und ihr gesteckt, dass wir da „ein paar Frauen“ hätten, die sich für die Arbeit der Landfrauen interessieren, aber nicht so richtig einen Zugang zu ihnen finden.

Die vier Gründe, die mir dabei am häufigsten genannt wurden, waren folgende:

Service-Hinweis: Wer nicht kritikfähig ist, der sollte jetzt nicht weiterlesen.

  1. Die Ansprache. Junge Frauen haben wenig bis keine Kenntnisse über die Arbeit der LandFrauen, weil sie andere Medien konsumieren. Gewünscht wurden sich zum Beispiel Ankündigungen auf Facebook und Instagram.
  2. Die Uhrzeiten. Die Startzeiten der Veranstaltungen fallen oftmals auf einen Wochentag. Vormittags versteht sich. Dann wägt man ab, ob man einen Urlaubstag „opfert“. Schließlich sind die Frauen heute berufstätig.
  3. Nur Bäuerinnen. „LandFrauen? Ich hab doch gar keinen Landwirt geheiratet. Ich kann da nicht mitmachen.“ – Falsch. Nur 10 % der deutschen LandFrauen kommen vom Bauernhof. Diese bundesweiten 10 % kommen auch nur zustande, weil die Bäuerinnen in Bayern Pflichtmitglieder sind bei den Landfrauen – und dort die meisten Bauern leben. Das heißt im Umkehrschluss, dass die Landwirtinnen weit unter 10 % in den einzelnen Bundesländern liegen.
  4. Das Image. Fahrradtouren und Torten backen. Halstuchtragende „Bienen“, die für volle Teller auf den Verasntaltungen im ländlichen Raum sorgen. Dass das ganze historisch gewachsen ist, weiß heute keiner mehr. Früher mussten die LandFrauen sehr viel backen, um sich die Ausflüge und Referenten finanzieren zu können. Bei einem Jahresbeitrag von 25 € kein Wunder.

Ich sehe die vier Punkte nun nicht als Kritik, sondern als großeChance. Die Uhrzeiten der Veranstaltungen und die mediale Ansprache der gewünschten Zielgruppe* (*Frauen aus dem ländlichen Raum zwischen 25 und 40+ Jahren) via Facebook und Instagram lassen sich schnell umsetzen. Zu den Bäuerinnen habe ich mich schon oben geäußert. Bliebe da nur noch das liebe Image.

Besseres Image

Ein Image ändert man nicht an einem Tag. Es ist ein fortlaufender Prozess und es dauert Jahre bis sich langsam erste Erfolge in eine gewünschte Richtung zeigen. Oberste Voraussetzung hierfür ist, dass man sich selbst reflektiert und überlegt, wie man wahrgenommen werden möchte. Ich möchte modern und weltoffen wahrgenommen werden? Dann sollte ich es bestenfalls auch sein. Das Schöne daran: Das Ganze zahlt sowohl auf die eigene Authentizität als auch auf die der gesamten Gruppe ein. Deshalb haben wir eine Junge LandFrauen Nordfriesland-Gruppe gegründet. Sie ist eine Art „Tochter“ des KreisLandFrauenVerbandes.

Ich bin davon überzeugt, dass wir das gemeinsam schaffen dem ganzen eine frische Brise einzuhauchen. Nicht nur in Nordfriesland, sondern in ganz Deutschland. Wind ist unsere Kernkompetenz.

Wer ist mit dabei?

Eure Deichdeern.

Übrigens: Am 24.6. findet bei mir zuhause im Garten ein Midsommar-Date der Jungen LandFrauen Nordfriesland statt. Alle Nordfriesinnen, die sich angesprochen fühlen, sind herzlich eingeladen. Wir designen unsere einen Blütenhaarkränze, naschen Erdbeeren und haben es schwedisch-schön beim Lagerfeuer. ANMELDEN KANNST DU DICH HIER.

Die Teilnahme ist kostenfrei.

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