Herzenswunsch erfüllt: Sophie König eröffnet einen Bauernhofkindergarten

agriculture-72077Heute möchte ich euch eine besonders engagierte, tolle Frau vorstellen: Sophie König. Sophie ist 32, Mama einer acht Monate alten Tochter und möchte sich in diesem Jahr ihren Herzenswunsch erfüllen: Ein eigener Bauernhofkindergarten. Ich durfte mit ihr über ihr Projekt sabbeln. Los geht’s!

Sophie, du möchtest einen Bauernhofkindergarten eröffnen. Wie kommt man darauf?

Sophie: Die Idee schwirrte schon lange in meinem Kopf. Dadurch, dass ich selber auf einem Hof groß geworden bin, weiß ich jetzt, wo ich groß bin, wieviel Kraft, Erdung, Stabilität, Freiheit, aber auch Verantwortungsgefühl mir das Großwerden auf dem Hof mit den Tieren und Natur gegeben hat. Ich habe das Gefühl auf viel mehr Ressourcen zurückgreifen zu können als in einem normalen Kindergarten. Ich bin so aufgewachsen und diese Chance möchte ich auch anderen Kindern ermöglichen. Meine Eltern stellen den landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb aktuell auf Nebenerwerb um. Somit war neuer Raum, um neue Ideen ins Rennen zu bringen und umzusetzen.

Bauernhofkita
Ein kleines bisschen Büllerbü: Hier entsteht der neue Bauernhofkindergarten in Fargau-Pratjau im Kreis Plön in Schleswig-Holstein. Foto: Sophie König

Was waren die Hürden bei der Umsetzung?

Bis jetzt bin ich positiv überrascht, wie offen und aufgeschlossen die verschiedenen Institutionen sind. Es gab zwar auch Unsicherheiten aufgrund des neuen Konzeptes, aber durch die Bereitschaft des Gespräches ließ sich vieles direkt klären. Zudem gibt es auch einige Vorreiter in unserem Kreis Plön, die einen Bauernhofkindergarten betreiben und tolle Vorarbeit geleistet haben. Das macht die Planung und Umsetzung für uns erheblich leichter. Durch die Gründung der gemeinnützigen Genossenschaft Kita-Natura habe ich einen tollen Träger an meiner Seite, die mich in vielen Dingen unterstützen.

Wie viele Kinder und in welchem Alter können bei dir sein?

Wir gründen einen Naturkindergarten. Dieser ist begrenzt auf 18 Kinder pro Gruppe. Zur Zeit werden von der Heimaufsicht Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren genehmigt.

Wie wird das neue Angebot angenommen?

Am 18.4.2018 machen wir eine Infoveranstaltung über unser Konzept und Gründung.
Die Resonanz, die wir bis jetzt erhalten, ist sehr positiv. Das freut uns sehr und bestärkt uns in unserem Vorhaben, dass die pädagogische Arbeit mit Tieren und Kindern auf einem Bauernhof durchaus eine tolle Alternative ist sein kann. Wir haben sehr positive Resonanz, insbesondere von vielen Eltern.

Was unterscheidet einen Bauernhofkindergarten von einem „normalen“ Kindergarten?

Unser Ziel ist es, Kindern die Lebenskreisläufe und die Herkunft von Nahrungsmitteln zu verdeutlichen. Ein besonderer Fokus liegt in der Zusammenarbeit mit Tieren. Das bedeutet für mich sowohl die Pflege, als auch ein achtsamer und respektvoller Umgang mit ihnen. Auf einem Bauernhof sind die Kinder live vor Ort und können alles selbst erLeben und beGreifen. Ich glaube, dass die Kinder bei uns ein anderes Gefühl von  wichtig sein und gebraucht werden erfahren. Wir kreieren keine künstlichen Gegebenheiten. Ich denke, dass sie dadurch viel mehr für sich und das Leben mitnehmen.

Was hast du vorher gemacht?

Ich habe ein Studium in Phonetik, Psychologie und Pädagogik abgeschlossen und mich immer wieder weitergebildet. So bin ich unter anderem auch Waldpädagogin und Bauernhofpädagogin. Nach der Uni sammelte ich unterschiedlichste berufliche Erfahrungen vor allem im Wald- und Naturkindergarten.

Und jetzt machst du deinen eigenen Bauernhofkindergarten auf. Wahnsinn. Was treibt dich an, dieses Projekt umzusetzen?

Es ist mein Herzenswunsch, Kindern einen Ort zu geben, wo sie die Möglichkeit haben, einfach und natürlich Kind zu sein und das Leben und die Natur frei und spielerisch zu entdecken mit all ihren Facetten.

Viel Erfolg und danke für das Interview.

Deine Deichdeern

 

Sophie
Liebt Kinder, Tiere und das Landleben: Bauernhofpädagogin Sophie König. Foto: privat

 

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