Einen Tag Urlaub in der eigenen Region

Mein Mann ist gerne zuhause. Er sagt, dass wir es uns hier so schön haben, da brauchen wir garnicht verreisen. Mittlerweile habe ich mich mit der „Reise-Unlust“ sagen wir mal „arrangiert“.  Nichtsdestotrotz bin ich doch gerne mal woanders – und zwar nicht nur beruflich, sondern mit ihm zusammen. Ich habe also überlegt, wie wir einen Tapetenwechsel machen könnten und habe ihn zu einen Tag Urlaub in der eignen Region überredet. Er hat sich drauf eingelassen und so ging es für uns diesen April einen Tag ins 10 Minuten entfernte Niebüll.

Unser Übernachtungsziel – der Niebüller Wasserturm

Wenn man nur einen Tag bzw. eine Nacht raus möchte vom Alltag, dann darf es schon gern etwas Außergewöhnliches sein. Unsere Region Nordfriesland hat viele Perlen. ICh zeige euch heute eine, die ihr garanitiert bis lang nur von außen kanntet: Der Niebüller Wasserturm* direkt am Bahnhof.
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Der Wasserturm kommt auf insgesamt 50 m² Wohnfläche, die in 4 Ebenen aufgeteilt sind. Im Erdgeschoss befindet sich das Bad mit Dusche und WC. Eine Stahltreppe führt Sie über zwei Zwischenebenen und insgesamt 48 Stufen hinauf. Für meinen Hintern genau das Richtige. Hah!

Im Turmzimmer, auf Ebene 4 wenn man so will, angekommen befindet sich das Schlafzimmer und eine Pantry Küche. Hier oben in 10 m Höhe hat man einem fantastischen Rundumblick über das gesamte Bahnhofsgelände. Wer jetzt aber denkt, dass er nicht einschlafen kann, den muss ich leider enttäuschen. Wir haben keinen Pieps von den Verspätungsdurchsagen genommen. Die Kreishandwerkerschaft, die den Turm gemeinsam als Azubi-Projekt in den vergangenen Jahren renoviert und kernsaniert hat, bekommt ein Extrasternchen ins Hausaufgabenheft von mir, denn sie haben schallisolierte Fenster eingebaut.

Geschichte des Turmes

Von 1887 bis 1908 wurde der Wasserturm direkt am Bahnhof gebaut, um Dampfloks mit Wasser zu versorgen. Bis 1972, dem Ende der Dampflok-Ära, blieb der Turm in Funktion. Doch durch fehlende Nutzung setzte langsamen der bauliche Verfall des Gebäudes ein und nahm solche Ausmaße ein, dass er eigentlich hätte abgerissen werden müssen. Eigentlich, denn der Niebüller Tiefbauunternehmer Sven Vogt, nahm sich des Projektes an und fand zahlreiche Unterstützer für das Vorhaben, die den Wasserturm als eines der letzten Wahrzeichen der Stadt Niebüll nicht nur zu erhalten, sondern in einem von Grund auf sanierten Zustand wieder der Öffentlichkeit zugängig zu machen wollten.

Durch das Engagement der Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Nord, die ich oben schon erwähnte, wurde der Wasserturm zum Ausbildungsprojekt für Lehrlinge im Baugewerbe erklärt und man kümmerte sich gleichzeitig aktiv um Sponsoring und Spendenbereitschaft. Das war 2012. Richtfest nach der Errichtung des Turmdaches war dann im September 2013. Es folgten Fenster, Sanitäranlagen und die Gestaltung des Einganges, um den Turm als Aussichtsturm begehbar zu machen. Der Turm wurde insgesamt wird energetisch saniert und anschließend beheizt, um dem Verfall vorzubeugen. Im Juni 2015 war es dann soweit und das alte Wahrzeichen konnte im neuen Glanz eröffnet werden. Zwei Investoren übernahmen das Gebäude und gaben die Vermietung an das benachbarte Hotel Insel-Pension ab. Seitdem ist das Gebäude seit August 2017 für jedermann buchbar – auch für dich. Für einen längeren Zeitraum – oder wie für uns für eine kurze Auszeit.

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Entspannte Grüße
Eure Deichdeern

*Für mehr Transparenz: Die Vermietung läuft über das Hotel Insel-Pension, das uns freundlicherweise für diese Nacht eingeladen hat. Vielen Dank an Boy Oldigs für das Arrangement.

 

One comment Add yours
  1. Wie schön! Wenn es nur nicht soooooo weit weg wäre;)
    Tolle Fotos, schön beschrieben:)
    Nächstes Ziel: 2 Tage Urlaub?
    LIebe Grüße aus dem Schwabenländle ,
    Ellfea

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