Der feine Unterschied

Moin,

Hand aufs Herz, wer von euch wusste, dass es neben Bienen auch noch Wildbienen gibt? Ich (Pearl) blamiere mich jetzt wahrscheinlich richtig, wenn ich euch gestehe, dass ich mir darüber nie so wirklich Gedanken gemacht habe. Immer häufiger begegnen einem aber nun bienenfreundliche Blumemsamen-Mischungen und sogar Honig, der die Bienen schützt. Aber welche Biene soll hier eigentlich geschützt werden? Ich habe mir mal eine Biologie-Nachhilfe-Stunde selber auferlegt und die Ergebnisse habe ich hier für euch zusammengefasst.

Und diese Biene, die ich meine nennt sich Honigbiene!

Eine Biene war bis jetzt für mich ein Insekt mit schwarzen und gelben Streifen, dass Blüten bestäubt, sich den Nektar stibitzt und dann zurück in seinen Stock fliegt und damit die Waben befüllt. Wenn man die Waben nun rausnimmt und schleudert, erhält man Honig. Bienen sind auch nicht so aggressiv wie Wespen oder so imposant/beängstigend wie Hornissen.

Woran kann ich denn nun eine Wildbiene von einer Honigbiene unterscheiden?

Laut der Uni Hamburg kann man Wildbienen daran unterscheiden, dass sie eine flauschige Behaarung besitzen (Plüschmors!). Hummeln zählen übrigens auch zu den Wildbienen, was mich sehr überrascht hat. Eine Wildbiene ist auch nicht nur schwarz und gelb. Ihre Farbgebungen reichen von weiß, grau, braun oder rot bis hin zu beige oder orange. Die gesammelten Pollen werden oft an den Beinen oder an der Unterseite ihres Hinterteils transportiert. Dazu kommt noch, dass alle Wildbienen vier Flügel haben.

Die Honigbiene ist eine domestizierte Art und zählt somit nicht zu den Wildbienen. Sie haben meist keine flauschige Behaarung und erinnern von ihrer Körper- und Flügelform eher an eine Fliege. Die Honigbiene findet man meist in Parks, Gärten oder auch auf Feldern und Wiesen, je nachdem wo der dazugehörige Imker sich befindet. Mittlerweile gibt es auch immer mehr Imker in den Städten.

Stadt oder Land?

So oder so ähnlich könnte man den Unterschied der Honigbienen und Wildbienen beschreiben. Honigbienen leben immer in einem Bienenstock und der kann gerne schon mal bis zu 50.000 andere Honigbienen umfassen, also eine surrende Stadt sozusagen.

Die Wildbiene mag es da etwas abgeschiedener und ruhiger. Sie sucht sich entweder eine Brutstätte in der Erde und benutzt dafür von anderen Insekten bereits gegrabene Höhlen oder Tunnel oder mag es etwas individueller wie etwa in einem leeren Schneckenhaus oder trockenem Holz. Dazu kommt noch dass Wildbienen meist Einzelgänger sind.

Produzieren Wildbienen auch Honig?

Nein, Wildbienen produzieren im Gegensatz zu den Honigbienen keinen Honig. Sie leben ja meist allein und müssen deshalb nur sich selbst und ihre Nachkommen versorgen. Da reicht meist ein kleiner Vorrat an Nektar zum Eigenverbrauch.

Warum gibt es denn so wenig Wildbienen?

Wildbienen können sich meist nur von wenigen Pflanzen ernähren. Wenn diese wenigen Pflanzen nun auch noch immer weniger werden, dann versiegt die Nahrungsquelle einiger Wildbienenarten und sie sterben nach und nach aus. Die Wildbiene entfernt sich auch nie weiter als 500 m von ihrem Nest, was den Radius für die Suche nach Alternativen sehr einengt. Die Honigbiene dagegen sucht sich in einem Radius von 7 Kilometern ihre Nahrung.

Was kann ich denn anpflanzen, um den Wildbienen eine Nahrungsquelle anzubieten?

Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, erlaubt ist quasi was gefällt und ganz wichtig,auch von den Bienenschutz-Initiativen empfohlen wird. Das können Wildrosen, Efeu, Lavendel, Oregano, Blutwegerich oder Fingerhut sein, aber auch Schneeheide, Kornblumen, Fetthennen oder Schmuckkörbchen und noch vieles mehr. Es gibt verschiedenste Hölzer, Sträucher und Blumen, die den Wildbienen als Futterquelle dienen können.

Ihr findet sicherlich bei eurem Gärtner des Vertrauens auch Pflanzen die euch und vorallem auch den Wildbienen gefallen werden.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Anpflanzen.

Pearl aus dem Deichdeern-Team

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  1. Moin Pearl, vielen Dank für deinen Beitrag! Vor allem für deinen Hinweis, dass die meisten Wildbienenarten im Boden und in Totholz ihre Niströhren anlegen. Anstatt die oft sinnlosen und teuren Nisthilfen („Insektenhotel“) im Baumarkt zu kaufen, lieber mal weniger im Garten aufräumen und einfach eine Fure ungewaschenen Kies in eine sonnige Gartenecke kippen 😉

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