Es braucht ein Dorf

Moin ihr Lieben,

wir leben seit nunmehr als 16 Monate in einer Pandemie. Auch an mir ist diese Zeit nicht spurlos vorbeigegangen. Erst den Verlust meiner Schwiegermutter gleich zu Corona-Beginn, dann die Geburt unserer Tochter in diesem Winter. Eine Berg- und Talfahrt der Gefühle, in die ich euch mal mehr mal weniger mitgenommen habe. Als Familie hat uns das Erlebte noch viel enger zusammenwachen lassen. Wir erleben die schönen Momente so viel bewusster als vorher, freuen uns unsere Kinder aufwachsen zu sehen. Durch den Wegfall der Kitabetreuung wurde viel Organisation von uns als Eltern abverlangt. Ich möchte einen kurzen Moment innhalten und demütig sein. Was wären wir ohne unser „Dorf“ aus Freunden, Nachbarn und Familie, die uns so liebevoll unterstützt haben und es auch immer noch tun?! An dieser Stelle sei einfach mal ein großes Dankeschön ausgesprochen.

Nun weiß ich aber von vielen, die nicht dieses sogenannte „Dorf“ im Background haben von dem alle immer sprechen. Das wird sich nun ändern. Weil ich in der Pandemie erfahren habe, wie wichtig so ein Dorf ist, habe ich mich entschlossen meinen Blog auszuweiten. Meine Vision ist es, das erste virtuelle Dorf Deutschlands zu gründen. Ich möchte nicht mehr nur allein die Protagonistin spielen. Ich möchte ein Teil eines großen Ganzen sein. Dafür habe ich viele, viele tolle Menschen mobilisieren können, die diese Idee mit mir weiter ausbauen. Ich möchte euch in diesem Prozess mitnehmen – als Umzugshelfer, wenn man so will. Ich bin mir bewusst, dass das eine ungewohnte Herangehensweise ist, aber ich brauche euch. Auch mit euren Stärken und eurer Expertise.

Das Dorf von dem ich hier spreche, hat noch keinen Namen. Ich weiß nur, dass es all das haben soll, was ein echtes Dorf halt hat: Ein Gemeinderat mit Bürgermeister(in), einen Dorfplatz, viele Erlebnisse (dort werden wir auch die App aufs Land einbetten und „Fairbrauchertouren“ anbieten) und viele Autor:innen. Da haben wir die Pastorin, den Handwerker, den Wehrführer, die Psychologin, den Landwirten, die Umweltexpertin, die Gastwirtin, usw. All die Menschen die ich grad aufgezählt habe, sind bereits an Bord – und es werden noch mehr. Wichtig: Die Themen bleiben gleich. Sie werden nur noch vielfältiger, weil wir jetzt die (Wo)Menpower haben mehr umzusetzen. Wir werden aber ein neues Herzstück mit integrieren und das wird das Netzwerk sein, in dem diskutiert werden kann und darf, in dem aber auch Stellenanzeigen oder Resthöfe verkloppt werden können.

Damit all das koordiniert werden kann, unterstützt mich ab sofort die landlebenliebende Journalistin Anne Hintz, die die ein oder andere vielleicht noch von ihren schönen Geschichten aus dem LandGang kennt. Und barrierefrei wird es auch: Weil auf dem Land häufig platt geschnackt wird, wird jeder Artikel auf plattdeutsch eingelesen und als Hörspiel abrufbar sein.

So, und jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln und loslegen. Ich brauche starke Umzugshelfer:innen, die mit ihren Ideen anpacken wollen. Was braucht so ein Dorf eurer Meinung nach? Bringt euch gern mit ein.

Eure Deichdeern Julia

42 comments Add yours
  1. Ein Dorf braucht auf jeden Fall eine Kümmer*in. Jemanden, der hilft, sich im Behördendschungel zurechtzufinden.

    Und einen Handarbeitsclub fände ich auch ganz toll
    Lg Nicole

    1. Absolut! Meine aktuelle Zielgruppe ist zwischen 20 und 70 – die gibt schon ne Menge her. Es sind immer wieder auch Tutorials, etc. angedacht, um auch die ältere Generation mitzunehmen und grundlegendes zu erklären wie dieses Internet funktioniert

  2. Ein Jugendtreff oder KleineKäferKlub , wo sich die kleine Dorfgeneration trifft und kreativ miteinander ist! Sich kennenlernt und ein Teil des Großen wird!

  3. Ein Sportangebot für junge und fit gebliebene Sportler/innen, für Menschen mit und ohne Behinderung und für alle, die mit dem Sport anfangen wollen. Im besten Fall incl. gutem Schnack und nette neue Leute.

    1. Richtig gut! Dafür suche ich noch Trainer:innen. Einmal allgemeine Fitness & Challenges und einmal speziell für Muddis (Beckenboden & Rückbildung)

  4. Ein LandFrauenVerein für alle Frauen, egal welchen Alters, aus möglichst vielen Berufsgruppen und mit verschiedensten Interessen, zum Austausch, zum Vernetzen und einfach nur zum Spaß haben!

    1. Oh ja! Das war mir auch super wichtig. Ich hab letzte Woche mit der Geschäftsstelle der Deutschen Landfrauen dazu zusammengesessen, ob sie ideelle Partnerin werden möchten. Ich seh hier viele Synergien!

  5. Hallo 🙋‍♀️Was für eine tolle Idee… Als Ü50er könnte ich mir vorstellen, als „Leihoma“ aktiv zu werden. Vielleicht ist das auch für andere Ü’s interessant ?!?

  6. Musik ist toll – Neben dem Chor vielleicht ein virtueller (Feuerwehr-) Musikzug, den es früher ja beinahe in jedem Dorf gab und heute immer weniger wird…das würde ich als leidenschaftliche Tenorhornspielerin gerne unterstützen!

  7. Ein Schwimmbad ist mir persönlich sehr wichtig. Einmal auf Seite der aktiven Schwimmerin, aber eben auch als Ausbilderin von Nichtsschwimmern, gerade nach der langen corona-Pause und steigenden zahlen von Badeunfällen unfassbar wichtig.

  8. Ich würde Fahrgemeinschaften toll finden.
    Und für die älteren, eine Art einkaufszettel. Das man Besorgungen mit erledigen kann von denen die selbst nicht mehr können. Das ist eine ganz tolle Idee 👍

  9. Das ist eine richtig spannende Sache!

    Und schon so viele Ideen😳 das ist der Wahnsinn..

    Einen Bereich „aus Großmutters Zeiten“ – Haushalts- , Garten- , Tips und Lebensweisheiten oder so ähnlich fände ich auch spannend. Da merke ich bei mir noch große Lücken.

    Bei rund ums Kind könnte ich mich gut einbringen 😊

    Liebe Grüße Steffi

  10. Dieses gegenseitige Mitnehmen von Jung und Alt! Das ist wichtig! Keiner darf auf der Strecke bleiben, weil er als Junger sagen muss: ich hab hier keine Familie, die mich mal unterstützt oder irgendwie einspringt. Kein Älterer soll sagen: ich schaff das mit mehr… meine Kinder sind so weit weg.

  11. Ein kleines Cafe, einen Tante Emma Laden und ne Kochwerkstatt (für Kinder oder eben für alle Dörfler) – essen verbindet 😋

  12. Es braucht eine Gärtnerei mit wertvollen Tipps rund um Blumen und Garten sowie ein Reisebüro, welches die schönsten Ecken im eigenen Land empfehlen kann.

  13. Moin, ich habe leider erst jetzt durch einen Zufallsfund im Fernsehen (Heimatküche) vom Blog der „Deichdeern“ erfahren und finde ihn super, obwohl ich Zeit meines Lebens Stadtbewohner bin. Aber ich kann mir ein Leben auf dem Land für unser Rentendasein gut vorstellen – zumindest mal ein gutes Stück näher dran ! Ich würde mich so als Neuling in einem Dorf wünschen, dass man super vernetzt ist, viele Informationen /Ansprechpartner erfragen kann und letztendlich auch sowas wie eine Pinwand für Rezepte, „wer-hat-noch-Zucchini“ oder auch eine spontane Hilfe z.B. in Sachen Kinderbetreuung, falls Mama mal ausfällt. Viele Grüße !

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