Z-Saatgut – Qualität von Anfang an

Werbung für Z-Saatgut

Moin!

Diesen Monat dreht sich bei uns im Themenmonat alles rund um das Getreide und die Ernte. Ich fang mal ganz vorne an. Bevor wir irgendwas ernten können, brauchen wir Saatgut. Die beste Wahl ist zertifiziertes Saatgut, akgekürzt Z-Saatgut. Es steht für hohe Keimfähigkeit, technische Reinheit, geringen Besatz und Sortenreinheit. Damit das alles gegeben ist, braucht es wichtige Parameter, die im Laufe einer mehrstufigen, streng kontrollierten Produktion von Z-Saatgut sichergestellt wird. Ein wahnsinnig aufwendiger Prozess. Carina Dünchem ist Landwirtin und Saatgutvermehrerin und sehr auf Instagram aktiv. Ich schaue super gern in ihre Stories, wie jüngst auch in ihr Z-Saatgut-Stories. Es lässt mich jedes Mal wieder erblassen, wie krass und sicher unsere Lebensmittel hier in Deutschland produziert werden. Dieser Beitrag ist mir dabei besonders ins Auge gestochen, weil er einmal mehr verdeutlicht, wie viel (Wo-)Menpower und Handarbeit hinter der Qualität steckt. Seht selbst.

Aber nun mal ganz von vorne

Die meisten meiner Leser:innen sind ja keine Landwirt:innen. Deshalb machen wir nochmal eine Rolle rückwärts und fangen mal vorne an – bei der Züchtung. Ich finde dieses Video da einfach super anschaulich. Lehnt euch zurück und seht es euch an. Ihr seht in dem Video auch einen alten Bekannten Arnd-Kristian Lauenstein. Arnd ist verantwortungsbewusst, ein super genauer Analytiker und Perfektionist. Dass er Z-Saatgut vermehrt, wundert mich keinen Meter. Ich würde behaupten, dass ihm diese Aufgabe auf den Leib geschnitten ist.

Wie wird Z-Saatgut eigentlich hergestellt?

Z-Saatgut wird in einem mehrstufigen und streng kontrollierten Verfahren produziert. Dabei ist es wichtig, dass jeder einzelne Beteiligte dieser Kette die strengen Qualitätsmaßstäbe einhält. Alle Beteiligten sind sich ihrer Verantwortung äußerst bewusst. Am Anfang steht die Züchtung.

1. Schritt: Züchtung

Getreidezüchtung ist heute Spitzentechnologie, die durch Forschung und Entwicklung in der Lage ist, innovative Getreidesorten mit optimierten Eigenschaften zu züchten. Hierzu gehören:

  • jährliche Ertragszuwächse von bis zu einem Prozent bei gleichzeitig erhöhter Ertragssicherheit
  • verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen Pilz-, Bakterien- und Viruskrankheiten
  • höhere Toleranzen gegen abiotische Stressfaktoren wie Frühsommertrockenheit, Hitze- oder Feuchtestress
  • verbesserte agronomische Eigenschaften (Winterhärte, Standfestigkeit, Auswuchsfestigkeit, Reife)
  • gesteigertes Nährstoffaneignungsvermögen für gezielteren Einsatz von Düngemitteln
  • Anpassung an spezifische Bodenbedingungen (Bodenart, Bodengefüge, Bodenfeuchte)

Um diese Züchtungsziele zu erreichen, kommen unterschiedliche Methoden zur Anwendung: von den klassischen Kreuzungs- und Kombinationsverfahren bis zu Hybridzüchtungen und modernen Methoden der Biotechnologie.

Wenn dann nach acht bis zehn Jahren eine neue Sorte entstanden ist, muss diese zugelassen werden. Die Prüfung neuer Sorten obliegt dem Bundessortenamt. Grundlage für die Sortenschutzerteilung ist die Registerprüfung. In der Registerprüfung werden Unterscheidbarkeit (neue Sorte muss sich mindestens in der Ausprägung eines Merkmals von allen anderen bekannten Sorten unterscheiden), Homogenität (neue Sorte ist bezogen auf die maßgebenden Merkmale hinreichend einheitlich) und Beständigkeit (neue Sorte bleibt nach jeder Vermehrung bezogen auf die maßgebenden Merkmale unverändert) festgestellt.

Nur wenn weiterhin im Rahmen der Wertprüfung der landeskulturelle Wert nachgewiesen wird, d. h. nur wenn eine Verbesserung der Anbau- und Verwertungseigenschaften gegenüber allen derzeit zugelassenen Sorten besteht, wird die Sortenzulassung erteilt. Erst dann darf Saatgut dieser neuen Sorte verkauft werden. Zudem prüfen die Bundesländer in den Landessortenversuchen die regionalen Sorteneignungen und Sorteneigenschaften sowie Düngung und Pflanzenschutz.

2. Schritt: Vermehrungsbetriebe

Ausgewählte Vermehrungsbetriebe erzeugen für den Züchter aus Vorstufensaatgut sogenanntes Basissaatgut. Anschließend steuern die Vermehrungsorganisations-Firmen (VO-Firmen) die Vermehrung des Basissaatgutes zu Z-Saatgut und die Aufbereitung sowie den anschließenden Vertrieb; hier selbstverständlich unter Berücksichtigung strengster Qualitätsanforderungen. Dieses Video gibt einen guten Überblick, was die Vermehrer:innen alles leisten und wie sie überprüft werden.

Damit Saatgut als zertifiziertes, sprich anerkanntes, Saatgut gehandelt werden kann, muss es von hoher Qualität sein. Die zu erfüllenden Qualitätsstandards sind im Saatgutverkehrsgesetz und in den verschiedenen Saatgutverordnungen geregelt. Für die Landwirt:in bedeutet das u.a. die Flächen von Zwiewuchs zu bereinigen. Da darf kein Halm Weizen vom Vorjahr in der Gerste zu sehen sein. Anschließend wird es von einer amtlichen Feldanerkenner:in geprüft. Durch die Prüfung des Feldes wird sichergestellt, dass die Vermehrungsflächen ordnungsgemäß bearbeitet und behandelt wurden sowie die hohen Standards bezüglich Fremdbesatz und Gesundheitszustand erfüllt sind.

Nach der Ernte wird in zweiter Instanz jede Saatgutpartie nochmals auf Fremdbesatz und Reinheit geprüft. Zudem wird bei der Beschaffenheitsprüfung die Keimfähigkeit untersucht. Nur wenn das untersuchte Saatgut diese hohen Standards erfüllt, wird die Saatgutanerkennung ausgesprochen und das Saatgut wird zertifiziert – erst dann geht es als sogenanntes Z-Saatgut in den Handel.

3. Schritt: Vertrieb

Es darf ausschließlich zertifiziertes Saatgut in den Verkehr gebracht werden. Den Vertrieb des Z-Saatgutes übernehmen die VO-Firmen sowie der genossenschaftliche und der private Landhandel. Damit können die Getreideanbauer sicher sein, mit Z-Saatgut nur mehrfach geprüfte Spitzenqualität zu erhalten. Einer von ihnen ist Carsten Schmidt von der IB Sortenvertiebs GmbH. Mit ihm habe ich telefoniert.

Carsten Schmidt (53) ist Agrarbetriebswirt und hat bis 2003 den elterlichen Betrieb geleitet. Im Zuge des Strukturwandels (investieren oder aussteigen?) wechselte er die Seite von der aktiven Landwirtschaft in die Wirtschaft. Nach unterschiedlichen beruflichen Stationen im Produktmanagement ist er nun Vertriebsleiter bei der IB Sortenvertiebs GmbH in Kiel, die zum HaGe Konzern gehört.

Herr Schmidt, was sind die Herausforderungen für Sie als Saatgutvertrieb?

Carsten Schmidt: Als Sortenvertrieb sind wir stetig auf der Suche nach zukunftsfähigen Lösungen. Der Druck wächst, die Auflagen und Anforderungen werden immer größer – zücherisch, aber auch gesellschaftlich und somit politisch.

Was bedeutet das für Sie als Unternehmen?

Ausgangslage dafür ist immer ein gesunder Boden. Ohne den können wir nicht wirtschaften. Hinzu kommen gesellschaftlich-politische Parameter wie die Nitratbelastung oder die Farm-to-Fork-Strategie aus Brüssel. Wenn unsere Landwirt:innen Anforderungen bekommen, müssen wir handlungsfähig sein. Das bedeutet, dass wir schon immer zwei Schritte im Kopf weiter sein müssen. Nachhaltige, gesunde Sorten bei hoher Effizienz – das ist das Ziel.

Und wie erreichen Sie das Ziel?

Wir als IB Sortenvertriebs GmbH haben ein Nachhaltigkeitskonzept entwickelt. Es besteht aus zwei Komponenten: Saatgut und Düngung. Beim Saatgut streben wir mögliche Alternativen zur chemischen Beizung an sowie ein Förderung des Wurzelwachstums. Bei der Düngung wollen wir Bio-Bestandteile fördern, z.B. in dem im Frühjahr Bakterien gespritzt werden können. Auch die positive Wirkung von Zwischenfrüchten wollen wir weiter hervorheben und empfehlen es auch unseren Kund:innen.

Welche Rolle spielt das Z-Saatgut in diesem Prozess?

Z-Saatgut heißt immer „uptodate“ zu sein. Ich kann mich darauf verlassen, dass ich immer die neuste Genetik im Anbau habe. Damit meine ich aber nicht nur die agronomischen Verbesserungen, sondern auch der Brauer, der Bäcker oder der Müller profitiert davon. Ein weiterer Punkt, den ich beim Z-Saatgut sehr gut finde, ist dass viele neutrale Augen draufschauen. Bei dem Vorstufensaatgut ist es die Kammer, bei den ausgewählten Betrieben sind es ebenfalls Kontrolleure und auch die internen Tests, die auf Reinheit und Keimfähigkeit achten (z.B. erledigt das die LUFA).

Vielen Dank.

So, ich hoffe, ihr konntet etwas mitnehmen zum Thema Z-Saatgut. Es ist sehr komplex, aber wenn man es einmal durchstiegen hat, auch sehr beeindruckend, wie qualitativ hochwertig unsere Lebensmittel heute produziert werden. Das macht mich demütig und dankbar.

Eure Deichdeern

Für mehr Transparenz: Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Z-Saatgut entstanden.

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