Wie nachhaltig bin ich? Ein schonungsloser Blick auf meine größten Alltagssünden – und wie ich sie ändern kann

enthält Werbung für die New Energy Husum

Moin!

Nachhaltigkeit. Was für ein Trendwort. Aber ist es das wirklich? Trends verlaufen wellenförmig. Sie kommen und gehen, wenn ich zum Beispiel an Schlaghosen denke. Bei der Nachhaltigkeit verhält sich das anders. Die Welle baut sich mehr und mehr auf – mit dem einzigen Unterschied, dass sie nicht bricht. Und wenn man jetzt so prächtige Wellen hat, dann verrate ich euch einen Tipp von der Küste: Wir lernen, wie man darauf surft.

Was mir an der Wellenmetapher auch gefällt: Niemand ist von heute auf morgen Profisurfer. Auch der krasseste Wellenreiter ist mal in der Surfschule angefangen und hat davor idealerweise auch irgendwann erstmal ein Seepferdchen gemacht. Genauso verhält es sich auch mit der Nachhaltigkeit. Ich habe nicht den Anspruch ab morgen als Pionier durch die Welt zu laufen und zu missionieren. Ich möchte einfach nur ein bisschen nachhaltiger leben und auch meinen Kindern ein gutes Vorbild sein. Wenn ihr das auch wollt, dann schaut mal mit mir gemeinsam auf meine Umweltsünden-Liste.

Meine größten Umweltsünden

Ich handhabe das so: Wenn ich etwas verändern möchte, muss ich zunächst mich selbst und mein Alltagsprozesse reflektieren. Das ist vergleichbar mit dem Schritt auf die Waage bei einer Diät. Bei mir ist es der Blick in die Mülltonne. Ok, Augen zu und durch. Hier meine Liste, die mich mehrere Tage begleitete. Ich habe versucht mein Verhalten in den letzten drei Wochen bewusster wahrzunehmen und zu notieren.

Im Alltag

  • Wegschmeißen von Lebensmitteln
  • Kaffeepad-Maschine
  • lange Duschen
  • 1001 Shampoopackungen
  • Autofahrten
  • Nicht regionales Gemüse
  • Plastiktüten
  • Coffee to go-Becher
  • Hotels

Im Haus

  • keine Energiesparlampen
  • Heizen, Dämmung?
  • Gerätecheck: TV, Kühlschrank,…

Gehen wir es an! Erste Adresse: New Energy Days in Husum

Der Blick auf die Liste fühlt sich an wie der Schritt auf die Waage vor einer Diät. „Puh, ganz schön viel. Zeit etwas zu ändern“, denke ich mir. Ich hab mir meine Liste bewusst angeschaut und mir zu den einzelnen Punkten Notizen gemacht, wie ich es besser machen kann. Manches ist schnell beantwortet, bei manchem benötige ich fachliche Unterstützung. Wie passend also, dass in unserer Region, genauer gesagt vom 21.03. bis 24.03. in Husum, die New Energy Days stattfinden.

Die New Energy war einst eine reine Fachmesse für erneuerbare Energien. Seit diesem Jahr wurde sie größer gedacht und aufgesplittet. Einmal für Ottonormalverbraucher wie mich als New Energy Home und einmal für das Fachpublikum, der New Energy Expert. „Die New Energy Home richtet sich an ein energiebewusstes Publikum, das umweltgerechter leben, bauen und konsumieren möchten, sowie an Handwerker aller Art, Unternehmer und Landwirte“ heißt es auf der Homepage. Also, wenn das jetzt mal nicht zu meiner Situation passt, dann weiß ich auch nicht. Also, auf nach Husum!

Smart Home & Seegras

Verschiedene Aussteller aus den Sektoren Bauen & Sanieren, Gebäudetechnik, E-Mobilität (mit Probefahrten) und nachhaltigem Lifestyle sind vor Ort und beraten im persönlichen Gespräch. Klingt für mich sehr spannend. Ich suche mal unseren Energieausweis vom Haus raus und schau mal genau auf die Birnen, weil ich mich zusätzlich auch gern zum Thema Smart Home infomieren möchte. Außerdem habe ich von „Exoten“ gelesen, die ich mir unbedingt anschauen möchte. So gibt es zum Bespiel einen Fachvortrag zum Thema Ostsee-Seegras als Dämmmaterial. Mega spannend!! Der Dämmstoff speichert dauerhaft CO2, hält ewig und ist nahezu unverrottbar. Außedem ist er resistent gegen Feuer, Schimmel und Schädlinge. Irre! Also nicht nur spannend als Dämmprojekte, sondern auch für Hühnerhäuser oder Sitzpolster im Outdoorbereich.

Nächstes Projekt: Tiny House?

Außerdem bin ich stark angetan von einem Vortrag, den ich mir am Sonntagmorgen gern gönnen möchte: Carl-Felix Lentz berichtet von 10:30 – 11:00 über seine Unternehmen noordsk.studio, das Tiny Houses erbaut. Das sind kleinste Häuser zwischen 15 und 45m², die meistens sogar mobil sind. Das ist sowas wie ein Bauwagen 4.0 – nur größer, schöner, lebenswerter, nachhaltiger, usw. Mich reizt es ungemein so ein Tiny House auch mal als Projekt anzuschieben. Ich dachte so à la CoWorkLand bei mir im Garten oder direkt am Deich mit Blick aufs Meer oder mitten in eine Kuhweide oder bei meinen Eltern direkt an die Stör. Mein Mann grinst immer über meine Projektideen, weiß aber gleichzeitig auch, dass die Vergangenheit gezeigt hat, dass daraus schnell ernst wird. Ich denke da an Sätze wie „ich glaub, ich erstelle einen Blog„, „ich glaub, ich brauch einen neuen Job mit HomeOffice“ oder „ich glaub, wir schieben das jetzt an mit den Jungen LandFrauen„… 😉

Infos zur New Energy Home (Publikumsmesse): Preise und Öffnungszeiten

Freitag22. März 201910 – 18 Uhr
Samstag23. März 201910 – 18 Uhr
Sonntag24. März 201910 – 17 Uhr

Tagesticket: 5,00 €

Tipp: Am Messewochenende bietet die New Energy Home für Familien eine Nachhaltigkeits-Rallye an, bei der spielerisch das Thema Nachhaltigkeit vermittelt wird. Ziemlich cool! Außerdem wird es am Messefreitag auch ein paar Klimaaktivisten vor Ort geben.

Infos zur New Energy Expert (Fachmesse): Preise und Öffnungszeiten inkl. Kongres

Donnerstag21. März 201910 – 18 Uhr
Freitag22. März 201910 – 18 Uhr
Samstag23. März 201910 – 18 Uhr

Tagestickets
Donnerstag (21.03.): 15,00 €
Freitag (22.03.): 5,00 €
Samstag (23.03.): 5,00 €

Ich freue mich auf den Besuch am Sonntag und werde euch dann in meiner Instagram-Story mit über die Messe nehmen. In ein paar Wochen schreibe ich euch dann, welche Punkte ich bereits umsetzen konnte von meiner persönlichen Nachhaltigkeits-Challenge.

Nun würde mich eure Erfahrung dazu interessieren. Wie handhabt ihr es mit dem Thema Nachhaltigkeit?

Eure Deichdeern

Für mehr Transparenz: Dieser Blogbeitrag ist in Kooperation mit der Messe Husum GmbH entstanden. Ich bin sehr dankbar für die Zusammenarbeit, weil mich das Thema Nachhaltigkeit schon sehr lange beschäftigt.

5 comments Add yours
  1. Stück für Stück.
    Angefangen habe ich mit dem Austausch der Glühbirnen. In den meisten Lampen sind jetzt LED oder ggf noch Halogen Leuchtmittel.
    Weiter habe ich mein Heizverhalten überpüft und es gibt in der Übergangszeit mal eher ein Pulover oder dicke Socken. Lieber gleichmässig heizen und Stoßlüften, als Heizung rauf-und runter.
    Hauptmüllverursacher sind die Kater. Verpackungen des Futters und Katzenstreu. Ein Klo habe ich mit Holzfasern bestückt, die dürfen in den Biomüll.
    Gemüse versuchen wir jahreszeitlich und regional zu kaufen. Bei „Übersee-Gemüse“ wie Avocado oder Bananen achten wir auf FairTrade. Fleisch versuchen wir etwas zu reduzieren und aus artgerechter Haltung zu beziehen. Bio ist da eher nachgelagert. Bei Milch nehmen wir Bioland und nur die pasteurisierte und Käse kommt vom Käsewagen, ist zwar wenig regional aber lecker. Wir versuchen kein Lebensmittel wegzuwerfen und am Wochenende habe ich tatscählich die Strünke vom Brokoli noch für eine Gemüsepfanne verwendet.
    Es muss nicht der große Wurf sein. Kleinvieh macht auch Mist. Interessant finde ich das fjonka (auch auf WordPress) die Tage etwas ähnliches gepostet hat.

  2. Du hast so Recht, wir müssen bei uns selbst anfangen. Mein Problem ist klar die Mülltrennung. Und dann der Berg an Müll bei online-Bestellungen. Eigentlich bestelle ich doch nur, weil ich etwas vor Ort nicht bekomme und so furchtbar ungeduldig bin.

  3. Lampen die sind LED, zum Einkaufen werden die eröffnete genutzt. Ich kaufe keine Bio Gurken die eingeschweißt sind , versuche so wenig wie möglich an Lebensmittel wegzuschmeißen. Wir trennen Müll , haben einen eigenen Kompost. Mein Sohn (6) sagt immer : nicht verschwenden , wieder verwenden! So wird aus klorollen, Kartons usw noch tolle Bastearbeiten !
    Außerdem bauen wir , um Rahmen unserer Möglichkeiten, selber Gemüse an (Gurke ,tomate, karotte, Blaubeeren, Erdbeeren und Weintrauben zb)
    Außerdem setze ich mich gerade mehr mit dem Thema auseinander,um dies auch in meine Arbeit im Kindergarten einfließen zu lassen. So versuchen wir unseren Beitrag zu leisten .

  4. Guten Morgen, wir fangen mit kleinen Schritten an. Mein Mann hat die Lampen alle mit LEDs ausgestattet. Getränke, so wie Milch, Sahne und Joghurt gibt es nur noch aus Glas-Pfandflaschen. Gerade bei deinem Bericht fiel mir auf, dass ich durch bewussteres und geplantes Einkaufen keine Lebensmittel mehr wegwerfe. Wenn jetzt noch die Supermärkte hier das Plastik reduzieren würden und man wirklich mit mitgebrachten Behältern einkaufen könnte, wären wir noch ein Stück weiter. Bis dahin häkel ich noch ein paar Einkaufsnetze und Kosmetikpads (statt Wattepads) und Waschlappen. Das macht Spass und reduziert noch mehr den Müllberg.

  5. Moin,
    also ich finde es erschreckend, dass es immer wieder neue Anläufe braucht Müll zu vermeiden. Jute statt Plastik gab es schon mal, Anfang der Neunziger wurde den Plastiktüten nochmals der Kampf angesagt, aber da die Geschäfte ja wollten, dass man für sie Werbung läuft, wurden die Tüten doch weiter kostenlos abgegeben, ich bin mal gespannt ob es jetzt klappt Plastiktüten zu verbannen. Wir haben reichlich Stoffbeutel, in der Handtasche habe ich immer zwei klein zusammenfaltbare Stofftaschen, so finden sich bei uns nur wenig Plastiktüten und wenn, werden diese mehrfach benutzt, bis diese dann abgenutzt als Müllbeutel enden. Auch wieviel neuer Müll „erfunden“ wird: Coffee to go, Kapsel-Kaffemaschinen, vorgeschnittenes Obst in Plastikdosen u.s.w.! Unverpackt gab es auch schon mal: Shampoo, Reinigungsmittel zum Abfüllen. Aber heute ,wie damals, die Preise in den Unverpackt-Läden sind einfach zu hoch und damit werden diese sich nur durchsetzen, wenn die Läden zu mittleren Preisen anbieten können und sich in der Nachbarschaft ansiedeln. Das Thema Müllvermeidung ist unerschöpflich, ich versuche möglichst oft auf dem Wochenmarkt einzukaufen.
    Gruß Gesa

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