„Die wenigsten Brautpaare wollen in der Stadt heiraten“

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Inga, nach deiner Hotelfachausbildung und deinem BWL-Studium machst du „endlich was Vernünftiges“ – du bist Weddingplanner. Zu viel „4 Hochzeiten und eine Traumreise“ geschaut?

Es ist wohl von vielen der Kleine-Mädchen-Traum Hochzeitsplaner zu werden. Genau so war es natürlich auch bei mir. Ich habe aber durch meine Ausbildung und mein Studium meinen Weg sicher immer in die richtige Bahn gelenkt. Während meiner Ausbildung in Berlin habe ich schon gemerkt, dass mir die Veranstaltungsbranche liegt. In den Semesterferien habe ich Hochzeiten in einem Schlosshotel in Mecklenburg organisiert. Nach dem Studium in Kiel verschlug es mich erstmal zurück in die Hotellerie auf einen Gutshof mit einem kleinen, feinen Hotel. Und wie konnte es anders sein, waren auch hier an fast jedem Wochenende Hochzeiten. Den Job habe ich dann vor einiger Zeit an den Nagel gehängt und mich mit der Agentur Traumhochzeit selbstständig gemacht.

Es gibt hunderte Hochzeitsplaner in Deutschlands Städten. Du hast dich fürs Land entschieden. Warum?

Naja, ich heirate im Oktober einen Landwirt. „Entweder Christoph und Landleben oder keins von beidem“ war schon immer die Devise, was aber auf keinen Fall heißen soll, dass ich mich hier nicht wohlfühle. Im Gegenteil. Ich liebe das Landleben und bin selbst in einem Ort mit etwa 30 Einwohnern aufgewachsen. (Anmerkung: Nein, da fehlen keine Nullen.) Ab und an brauche ich aber doch auch mal etwas Stadtluft und es zieht mich nach Hamburg oder für ein paar Tage zurück nach Berlin. Für meine Agentur ist es ideal auf dem Land. Die wenigsten meiner Brautpaare möchten in der Stadt heiraten und es wäre wohl deutlich umständlicher die Locations zu erreichen und Absprachen zu treffen, wenn wir mitten in der Stadt wohnen würden.

Inga, was haben Landwirte und Hochzeitsplaner gemeinsam?

Ich denke es ist die Liebe zu dem, was wir machen und der Gedanke, dass Arbeit und Privates ziemlich gut zusammenpassen. Wir sehen die Arbeit beide nicht als Arbeit sondern als eine wundervolle Aufgabe uns unsere Welt so zu machen, wie sie uns gefällt. Bei uns ist es völlig normal, dass auch beim Abendbrot noch über die neueste Drillmaschine und die neuestens Hochzeitslocations gesprochen wird oder das Bauernblatt auf dem Küchentisch neben der Visitenkarte vom Freien Trauredner liegt. Das, was wir machen, machen wir gern und das gern auch den ganzen Tag.

Hast du eine Checkliste, was meine Scheune haben müsste, um bei dir als Hochzeitslocation durchzugehen?

Ganz klar: Je rustikaler, desto besser. Scheunenhochzeiten sind absolut im Trend. Alte Balken, alte Türen, roter Backstein und schon hat man mit etwas Geschick die perfekte Scheunenhochzeit. Mit Licht und weißen Hussen sieht die Scheune schon ganz anders aus als vorher. Mit ein bisschen ländlicher Deko oder Strohballen wird das eine richtig runde Sache. Wenn also jetzt jemand merkt, dass auf dem eigenen Hof genauso eine Scheune steht, freue ich mich natürlich über Hinweise.

Was fasziniert dich am meisten an deinem Beruf?

Zum Einen die unterschiedlichsten Brautpaare, die ich treffe und zum Anderen die unterschiedlichsten Vorstellungen und Konzepte zu Hochzeiten. Von rustikal auf einer Wiese mit Foodtruck über eine freie Trauung mitten im Wald bis hin zur Schlosshochzeit mit rotem Teppich ist wirklich alles dabei und ich kann gar keinen Favoriten nennen. Es ist einfach wichtig, dass das Brautpaar genau das macht, was sie sich selbst vorstellen und was zu ihnen passt. Dann steht einer gelungenen Hochzeit nichts mehr im Wege.

Danke Inga.

Hier noch ein Video, damit ihr euch ein Bild von Inga und ihrer Arbeit machen könnt.

 

Blickfang: Gummistiefel

Ich gebe zu, Gummistiefel haben es mir irgendwie angetan. Ob bunt oder schlicht, maritim oder praktisch mit Stahlkappe. Für Gummistiefel habe ich was über. Kein Wunder also, dass die Kautschuktreter auch auf meiner Hochzeit eine besondere Rolle spielten. Als Inspiration habe ich ein paar Bilder aus der Kirche für euch zusammengestellt. Einfach einen Becher mit Wasser reinstellen und mit den Lieblingsblümchen bestücken. Hach, ich habe den Wildblumenduft immer noch in der Nase, wenn ich die Bilder sehe. Herrlich! 

Eure Deichdeern. 

DIY |Persönlicher Kleiderbügel

Ihr seid auf der Suche nach einem individuellen Hingucker an der Garderobe? Dann hab ich da was für euch!

Material:

  • flexibeler Aludraht
  • ein Kleiderbügel
  • eine kleine Zange
  • ein Zettel
  • ein Stift
  • ein wenig Fingerspitzengefühl

1. Schritt – Namen vorschreiben Legt euch das Blatt Papier quer hin und schreibt den Namen, den ihr nachher haben möchtet sauber vor. Achtet dabei schon auf mögliche kniffelige Stellen. In diesem Fall war es z.B. der Übergang vom V zum o. Aber auch ein i-Punkt kann eine Herausforderung sein.

2. Schritt – Kleiderbügel ranhalten… …und ungefähr abschätzen, wie viel Draht ihr benötigt. Zum Vergleich: Ich habe für beide Namen (Julia und Volker) 2 Meter benötigt. Bitte denkt auch, dass ihr noch am Anfang und am Ende etwas überlassen müsst für das Umwickeln des Bügels.

3. Schritt –  den Namen mit Draht legen  Mir hat es geholfen, mich mit dem weichen Draht anhand meiner Vorschrift zu orientieren. Dann habe ich ihn einfach gelegt und gebogen. Beim V bin ich z.B. wieder zurück gegangen und habe den Draht doppelt gelegt. Natürlich kann man ihn aber auch abschneiden und neu ansetzen.

4. Schritt – Fertigstellen Ich habe die Kleiderbügel für besondere Fotoaufnahmen für unser Hochzeitsshooting gebastelt. Sie machen sich aber genauso gut an der Garderobe, im Schlafzimmer oder als Geschenk. Die Kosten liegen bei ca. 4 € für zwei Bügel und der zeitliche Rahmen lag bei ca. 20 Minuten pro Bügel.

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Viel Freude beim Nachbasteln! Eure Deichdeern.