Die Sache mit dem Humor

Es ist Mittwochnachmittag. Mein Telefon klingelt. Es ist eine Landfrauen-Vorsitzende. Sie habe sich meine Internetseite ausgedruckt (krass!) und findet das alles hier amüsant. Deshalb wünsche sie sich jetzt einen Vortrag für den Ortsverein und fragt, ob ich da auftreten könne. „Prinzipiell gerne, zu welchem Thema?“ „Egal“, sagt die Stimme am anderen Hörer. „Egal, wow. Nein, sagen sie, was möchten Sie hören? Etwas über Storytelling oder wie man schöne unterhaltsame Landgeschichten schreibt? Anderes Ende schweigt. „Ich kann auch anbieten, etwas zu landwirtschaftlicher Öffentlichkeitsarbeit zu machen.“ Anderes Ende sagt entschlossen: „Ja, das alles so. Auch mit Internet.“ „Was?“ – „Ja, das alles so. Hauptsache kurzweilig und unterhaltsam. „Ich kann Ihnen auch einen Vortrag halten, wie die Landfrauen sich so im Internet präsentieren.“ „Nanana“, rügt mich eine leicht säuerliche Stimme. Auch mir platzt ein überraschtes huuuuuch raus. „Lesen Sie doch einfach ihre Texte vor und gut ist.“

Ihr Lieben, diese Situation habe ich schon öfter gehabt. Ich habe sogar schon Buchungsanfragen für 80te Geburtstage bekommen. Kein Quatsch! Und jetzt, nach dieser Granate, dachte ich, ich verrate euch mal mein Humor-Geheimnis:

….tusch….

StreetStyle_Ahoi Marie

Mein Humor, meine Sprüche und meine Gäääckichkeit sind weder gescriptet noch einstudiert. Ich bin einfach so. Das ist mein Wesen. Ich war schon immer ein humorvoller Mensch und ich bleib auch einer. Unterdrücken kann ich das nicht – und ich versuche es auch nicht.

Das Ganze bringt mich aber ins grübeln…vielleicht ist da ja doch ein Bedarf in dieser Menschheit und ich sollte einen Podcast aufnehmen. Hah! Was meint ihr :-)?

Eure Deichdeern.

26 comments Add yours
  1. Ein Podcast, den ich gerne hören würde. Ich kenne Dich ja nur ein bisschen live und in Farbe, und ich glaube, das wäre großartig. Themen wie im Blog. Bunt gemischt. So, wie es für Dich gerade gut ist.

    Und wenn Du mich fragst: Ich bin Konsumentin und immer sehr daran interessiert, wie die Erzeugerseite so aussieht. Und das richtige Landleben. Das mit Humor wäre sicher sehr unterhaltsam.

    1. Hej Birgit, Danke für deine ausführliche Nachricht. Also fändest du es zum Beispiel gut, wenn ich sowohl mit Landwirten/Erzeugern als auch mit Frauen vom Land sabbeln würde? Klingt spannend…! Ich würde die städtische Sicht auch gern dabei haben. Dürfte ich dich für so ein Vorhaben gewinnen können? Liebe Grüße an dich!

      1. Hach, da sprudeln gleich Ideen! (Und einen Podcast wollte ich auch schon längst gestartet haben – aber das nur am Rande). Ja, was Du vorschlägst, finde ich gut. Ich finde alles gut, was unterschiedliche „Welten“ zusammenbringt und für Verständnis sorgt. Stell Dir mal vor, eine Runde von klasse Frauen (an wen ich da wohl denke, hahaha…) unterhält sich regelmäßig über das, was viele andere auch interessieren könnte. Du hast ein Händchen für gute Themen, und mir würde da auch viel einfallen. Ich bin ja ein Stadt-Land-Mädel, aber glaube mir, hier in den Dörfern der Ballungsraum-Region gibt es auch noch viel zu erfahren, denn die Dörfer haben hier kaum noch Landwirte vorzuweisen, und so fehlt auch hier das Verständnis für das eine oder andere Problem. Lass uns das gerne gedanklich weiterspinnen. Ich bin dabei!

    1. Hah! Aber nur, wenn du dich als Futtertante für ein Interview zur Verfügung stellst😊
      Hörst du sonst auch Podcasts, Britta? Liebe Grüße!!

      1. Ich höre immer mal wieder Podcasts, aber mehr so aus anderen Themenwelten.
        Auf jeden Fall wäre ich dabei – das wäre ein Spaß und großes Vergnügen! 🙂

      2. Siehstewoll! Ich hab übrigens neulich erst an dich gedacht. Ein Bekannter von mir ist Landwirt und macht viel Sport. Statt Eiweissshakes, haut er sich Milchpulver vorm Sport weg. Ok und ein rohes Ei noch obendrein. Wäre das nicht ne schöne Futtertanten-Challenge für die nächste IGW? Und danach Morgengymnastik bei den Sozialversicherungen. 😉

      3. Ich sags ja … nächstes Jahr machen wir ne Futter-Bar bei der IGW auf, mehr nich. 😉
        Das Milchpulver geht in Ordnung, aber rohes Ei bekomm ich vermutlich einfach so vom Glibber-Aspekt her nicht runter …

  2. Was über die unterschiedlichen Typen Landwirte/Landwirtsfrauen wär doch was (z.B.Internet ausdrucken oder drin schreiben). Oder Kommentare von Verbrauchern zur Landwirtschaftlichen Arbeit wär doch auch unterhaltsam (… und wo ist die Weide?..Hab ich hier schon gehört)

  3. Bedarf an Humor in dieser Menschheit herrscht definitiv ! 🙂 Es ist schön das du einen großen Teil dazu beiträgst, zumindest was meine wöchentliche Portion Humor angeht. Danke das es ein Wesen wie dich gibt liebe, waschechte Deichdeern. Und umso schöner ist zu wissen, das du in der realen Welt genauso tickst <3

    1. …obwohl ich mich in der realen Welt auch manchmal selbst anstrengend finde. Hah!

      Danke aber für diese lieben Worte, Annika. Das bedeutet mir sehr viel.

  4. Hej, das wäre super mit Vorträge und Co. Wie wäre es mit guten Ideen für die Hauswirtschaft? Ich meine hier den bereich Öffentlichkeitsarbeit. Für die Landwirtschaft wird inzwischen viel getan, aber Hauswirtschaft hinkt ein wenig hinterher. Da Du ja selbst auch „vom Fach“ bist, und eben sprachbegabt und witzig, wäre das eine neue Richtung, das Berufsfeld zu betrachten. Vielleicht ironisch? Immer wieder gibt es ja auch diese Namensdebatten bzgl. der Berufsbezeichnung und so herrlich viele Klischees die aufs Korn genommen werden könnten.
    Leider haben wir es immer noch nicht geschafft, mal zusammen mit Jana Northe zu skypen… Celle lässt grüßen 🙂 Sandra

  5. Liebe Julia,
    als Nordhessin verheiratet mit einem Nordfriesen würde ich mich sehr über Geschichten über eure Eigenarten freuen, die es mir möglich machen, euch noch ein bisschen besser zu verstehen 😉 Aber auch Geschichten wie „Mutter des Jahres durch Treckernudeln“ finde ich super.

    Grüße aus Witzenhausen
    Nina

  6. So, ich oute mich hier gerade als (kinderlose) gebürtige Städterin, weil ich um diese Uhrzeit noch schreibe, oder? 😀
    Nein, aber die Idee mit den zwei Welten gefällt mir wirklich sehr gut. Genau das, was Birgit meinte, auch auf dem Land (spreche hier für das Sauerland, falls irgendwer weiß, wo das ist) gibt es eine Menge Informationsbedarf für beide Seiten, ich habe manchmal das Gefühl, es ist wie eine Kluft zwischen Bauer und Nicht-Bauer. Und je nachdem, wo ich mich gerade aufhalte, fühle ich mich – unter Bauern, Landfrauen etc. – als echter Städter, schon fast arrogant und hochmütig auf das primitive Volk blickend. Bei meinen Kollegen im Büro rege ich mich dafür schon wieder über deren „Oberflächlichkeit“ und Hochnäsigkeit auf (minijobmäßig gehe ich melken).
    Okay, ihr versteht, dass das jetzt ein wenig überzogen ist, aber ich bin auch für mehr Verständnis füreinander! Egal wo.

    Auch interessant finde ich so Alltagsgeschichten, die auf Deichdeern-Art wunderbar erzählt werden können – wie meine Vorrednerin auch schon sagt, mit der Treckernudeln-Geschichte usw. Herrlich! Und gerade die Alltagsgeschichten verdeutlichen doch Freud und Leid eines Berufes, oder?

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