Museen sind langweilig? Dachte ich früher auch – bis ich dieses kennenlernte

Seit zig Jahren fahre ich nun schon die A7 gen Norden und jedes Mal beim passieren der braunen Kulturhinweistafel die das Museum Kunst der Westküste bewirbt, ob sich dorthin wirklich eine Reise so lohnt, dass man schon selbstbewusst 50 Kilometer vor der Insel ausschildern muss, dass Föhr auch ein Museum hat. Liebe Leute, ich nehme die Antwort vorweg: Ja, die Reise lohnt sich. Und zwar sehr. Und erst recht als Familie.

Mit einem Taxi nach Föhr…nur für einen Tag

Doch wie bin ich eigentlich dorthin gekommen?! Nunja, das klingt nun sehr verrückt für diese digitale Welt, aber ich bekam eine schriftliche Einladung zur Ausstellungseröffnung von Susanne Kesslers Odissea, die vom 1. Juli bis 6. Januar 2019 in dem Museum Kunst der Westküste in Alkersum zu sehen ist. Schifffahren, Prosecco, Leute beobachten – da bin ich dabei! Ich schnappte mir die Einladung und folgte der Empfehlung das Wattentaxi zu nehmen. Für alle, die beim Wort Wattentaxi jetzt stutzen. Ja, WATTENTAXI. Das gibts seit diesen Februar. Da sich an diesem supersommerlichen Tag bereits alle Vernissagegäste auf der Insel befanden, schnellte ich binnen 20 Minuten in Richtung Wyk auf Föhr nach. Zum Vergleich: Die Fähre braucht 45 Min. Bezahlt hab ich 8 € pro Tour.

Audienz auf der Brücke

Durch mein Privileg, der einzige Gast auf diesem Katamaran zu sein, lies es sich der Kapitän nicht nehmen und begrüßte mich persönlich. Nach einem kurzen frisischen Plausch à la „Und sonst so?“ – Muss, ne.“ lud er mich auf die Brücke ein. Kinder, eine Einladung auf die Brücke – der Royal Flash unter den Schiffsabenteuern. Von dort oben hatte ich neben einem netten Ausblick eine wirklich kurzweilige Zeit. Zwei Kapitäne, beide in meinem Alter, plauderten über ihre Erlebnisse, die sie bereits mit diesem besonderen Taxi in dieser kurzen Zeit erlebt hatten.

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Als ich in Wyk ankam, sammelte mich die Social Media Managerin des Museums, Christina, ein. Wir schrieben kurz bei Instagram und drei Minuten später saß ich in ihrer Karre. Das soll in Hamburg erstmal einer nachmachen. Hah! So sind die Friesen. Hilfsbereit as usual. Als letzter Gast betrat ich den rappelvollen Saal. Bewappnet mit einem Glas Prosecco und einer Spiegelreflexkamera mischte ich mich unters Publikum und lauschte den Worten von Christian Brückner, der Synchronstimme von Robert de Niro. Ich hab euch hier mal ein YouTube-Interview mit ihm rausgesucht. Ein faszinierender Mann. Brückner las aus Homers Odysee – passend zur nahezu gleichnamigen Ausstellung.

Ich möchte ehrlich sein: Viele rümpfen die Nase, wenn sie Museum hören, aber nach Brückners Odysee und dem Prosecco war ich im „Museumstunnel“ drinnen. Die Direktorin des Museums Kunst der Westküste, Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen, fand ebenfalls die richtigen Worte. Eine mindestens genauso faszinierende Persönlichkeit, wie Künstlerin Kessler, die in Rom und Berlin zuhause ist, selbst auch. Mit beiden würde ich gerne mal ne Stunde am Strand ne Flasche Weißwein vernaschen und übers Leben sabbeln. Tolle Frauen! Aber genug zum Ambiente an dieser Stelle. Sicherlich wollt ihr ein paar Bilder aus der Ausstellung sehen. Ich zeige euch allerdings nur ein paar Happen, damit ihr selber noch Lust habt hinzureisen 😉

Die Ausstellung ist sehr ansprechend, insbesondere für Maritimfans wie mich. Aber es gibt noch weitere Faktoren die mich entscheiden ließen, dieses Museum nochmal im Sommer in Ruhe aufzusuchen:

4 weitere Punkte, die mich überzeugt haben wieder zu kommen:

  • Die exzellente Küche. Ich habe mich sogar an Labskaus rangetraut. Eigentlich hatte ich damit abgeschlossen, aber dieses Labskaus hat mich überzeugt es mal wieder zu kochen. By the way: Wir haben grad Matjes-Zeit! Hier gehts zum Restaurantangebot des Museums.

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  • Das Kinderprogramm. Es gibt einen riesigen Raum, den sogannten Hygge-Raum, in dem Mann frei spielen lassen kann. Besonderes fancy: Im blauen Schrank kann man es sich hyggelig machen und Hörspiele lauschen. Eine tolle Idee.
    Für die, die lieber künsterlisch-kreativ tätig werden möchten, denen empfehle ich einen Kurs bei der Kunstvermittlerin Sylvia. Sie gibt passend zu den Ausstellungen Workshops für Groß und Klein.
  • Der Museumsshop. Die Mitarbeiterinnen des Museums Kunst der Westküste haben einen besonders guten Riecher und suchen passend zu den Ausstellungen feine Sachen aus, die man erwerben kann. So zum Beispiel passend zur Norwegen-Ausstellung nordische Feinheiten, wie Glitzersocken. Hach, hier lass ich beim kommenden Besuch auf jeden Fall mal die Karte durchziehen.
  • Kostenloser Transport zum Museum. Alkersum ist rund 4 km von Wyk entfernt. Wer nicht mit dem Bus anreisen möchte, der kann sich die kostenlosen E-Bikes mieten. Diese stehen in der StattBar in Wyk. Kurzer Reservierungsanruf genügt. Eine feine Sache!!! Das werde ich auf jeden Fall annehmen. In die Lastenkiste passen übrigens zwei Zwerge rein.

Ihr Lieben, soviel erstmal zu meinem Abend im Museum. Schön wars dort. Ich komm wieder, keine Frage!

Eure Deichdeern.

Für mehr Transparenz: Es war eine Presseeinladung zur Ausstellungseröffnung. Fahrtkosten, Essen und das ganze drum herum habe ich selbst bezahlt.

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