Ein Blick über den Milchglasrand: Über Muttermilchschmuck – und spenden

Heute, am 1.6., ist der Internationale Tag der Milch. Die Leier, welche Inhaltsstoffe das „Weiße Gold“ mit sich bringt, schenk ich mir an dieser Stelle. Vielmehr möchte ich euch von zwei Geschichten erzählen, die mir in den letzten Wochen im Zusammenhang mit Milch begegnet sind. Bei beidem steht die weiße Flüssigkeit im Fokus.

Muttermilch spenden – Frühchen retten

Mein Volker und ich stehen kurz vor der Geburt unseres zweiten Kindes. Passend dazu schwabbt mein Email-Postfach grad über mit einschlägigen Mails zu dem Thema. Eine kam z.B. von einer Muttermilchbank, die nach Spenderinnen sucht. Das ist ja crazy. Ich kenne Frauenmilchbanken, in denen man stationär Milch spendet. Das ganze läuft ab wie eine Blutspende. Aber Muttermilch spenden? Wie soll das funktionieren? Jeden Tag ins zwei Stunden entfernte Hamburger Uniklinikum pendeln ist für mich als Nordfriesin jetzt weniger realisierbar? Es muss doch auch irgendwie anders gehen! Ich rufe die Einrichtung an und spreche mit einer super netten Lady. „Es geht anders“, versichert mir die freundliche Stimme am anderen Hörerende. „Wir haben ein SUPER INNOVATIVES Verfahren entwickelt! Wir entziehen der Milch das freie Wasser und machen sie dadurch haltbar, können das Pulver den Frühchen-Stationen anbieten und dadurch Leben retten!“ Ich höre zu und staune. Sie fährt fort: „Voraussetzung ist, dass sie erst ihr eigenes Kind satt bekommen, dann weiter abpumpen und einfrieren. Wenn ein Wäschekorb voll ist, kommen wir vorbei und holen die Milch ab.“ Wir telefonieren über eine Stunde und ich finde das ganze so spannend, dass ich euch davon hier erzählen wollte. Gleichzeitig denke ich mich aber auch nach dem Gespräch, dass es irgendwie verrückt ist. Da hat man einen „super innovativen“ Weg gefunden, Milch haltbar zu machen! Mit einem nahezu identischen Verfahren, wie wir es bei Kuhmilch schon seit Jahrzehnten (!) praktizieren. Nicht falsch verstehen. Das soll jetzt nicht arrogant klingen, sondern eher selbst hinterfragend: Wieviel Gespräche führen wir eigentlich, die über unseren eigenen Milchglasrand hinaus führen?

Meine Milchpumpe 2016 – handlich wie ein Clubschiff.

Schmucke Sache

Die nächste Mail trudelt ein. Sogar aus meinem Nachbardorf! „Interesse an Muttermilch-Schmuck?“ Muttermilch-WAS? Ja, ich hab richtig gelesen: Schmuck aus Muttermilch. Genauer gesagts sind das kleine Glasperlen, die man mit Muttermilch füllt und dann als Anhänger, Ring oder Armband trägt. Schon 20 ml Muttermilch reichen für eine Kette. Kostenpunkt ab 39 € pro Perle. Okay, das Thema ist neu für mich. Ich weiß auch nicht, ob ich der Typ dafür wäre das zu tragen, aber die Idee finde ich gut. Mein Gedankenkarussel fängt an sich zu drehen. Wäre das auch mit Kuhmilch möglich? Vielleicht ja mal eine neue Art der Wertschätzung und eine Alternative zur 100.000 l- Plakette an der Stalltür.

Wer jetzt neugierig ist, wie der Schmuck aussieht, für den hat mir Levke Lorenzen, die Milchschmuckdesignerin, ein paar Bilder zur Verfügung gestellt. Ich habe leider keine offizielle Homepage von ihr, von daher verweise ich gern auf ihren Instagram-Account hin, solltet ihr das Schmuckstückprojekt weiterverfolgen wollen.

Ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße,
eure Deichdeern

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  1. Moin liebe Julia, toller Beitrag! Tolles Thema! Danke für deinen Support und auch eine Perle aus 🐄y
    -Milch kann man übrigens in endlosen Form-, Farb- und Größenvarianten gestalten – meld dich jederzeit gerne! Aber jetzt erstmal alles Liebe für dich persönlich auf dem Weg in Richtung Zweitmama 💛
    Gruß, Levke Lorenzen

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