Knaller Knolle: Dreierlei friesische Kumpir-Gerichte

Werbung // Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Europlant entstanden. Sie haben uns hinsichtlich der Sortenwahl beraten.

Moin,

als ich noch in Hamburg in einer Praxis an der Binnenalster gearbeitet habe, war die Mittagspause für mich auch immer die Chance, mir aussuchen zu können, was ich denn heute essen möchte – ohne selber kochen zu müssen. Einer meiner absoluten Favoriten war der Kumpir-Laden um die Ecke, denn die Folienkartoffel ist ein schnelles und abwechslungsreiches Mittagessen. Und das Beste: man kriegt das auch zu Hause hin. Ich zeige euch heute drei norddeutsche Varianten der Folienkartoffel. Die Rezepte sind so ausgelegt, dass man einen Großteil der Komponenten selber machen kann oder, wenn es schnell gehen muss, auf fertige Alternativen zurückgreifen kann. Ihr werdet sehen, ich habe die Zutaten bei allen Rezepten reichlich berechnet, oftmals reicht es auch für zwei.

Basiskartoffel (für eine Person):

  • 1-2 große Kartoffeln (Empfehlung von Europlant-Kartoffelexperte Ulf Hofferbert ist die Sorte „Concordia, vorwiegend festkochend)
  • 40g weiche Butter
  • 1/2 Knoblauchzehe
  • 2 Prisen Salz
  • Ein Spritzer Zitrone
  • Kräuter nach Geschmack (zum Beispiel Petersilie, Schnittlauch, Basilikum), fein gehackt
  • 1-2 EL geriebener Käse
  • Alufolie
  • Wenn es schnell gehen soll, nehmt einfach fertige Kräuterbutter.

Zubereitung

Zunächst wird die Kartoffel gegart. Je nach Größe der Kartoffel braucht ihr 1-2 Stück pro Person. Waschen, abtrocknen und dann wickelt ihr sie fest in Alufolie (einlagig) ein und piekst ein paar Löcher oben in die Folie, damit der Dampf entweichen kann. Die Kartoffel kommt dann bei 200 Grad etwa 1-1,5 Stunden in den Backofen. Die Garzeit hängt sehr von der Größe der Kartoffel ab und auch ein wenig davon, was für eine Sorte ihr wählt. Ich habe festkochende, vorwiegend festkochende und mehligkochende Kartoffeln ausprobiert und mich für eine vorwiegend festkochende Sorte entschieden. Das Innere der Kartoffel wird schön weich, die Kartoffel bleibt aber dennoch stabil. Schlussendlich ist das aber Geschmackssache. Ist die Kartoffel fertig gegart, entfernt ihr oben vorsichtig die Alufolie, aber passt auf, das ist ganz schön heiß. Dann die Kartoffel in der Mitte aufschneiden, aber nicht durchschneiden. Lasst die Folie unten im die Kartoffel gewickelt, das gibt Stabilität. Das Innere der Kartoffel mit einem Löffel lockern und in eine kleine Schüssel geben. Dann mit einer Gabel zerdrücken. Ihr nehmt jetzt 1-2 TL Kräuterbutter und 1-2 EL geriebenen Käse und arbeitet es in die Masse ein. Die Kräuterbutter könnt ihr selber machen, indem ihr weiche Butter, gepressten Knoblauch, Salz, Zitronensaft und feingehackte Kräuter nach eurem Geschmack miteinander vermengt und die Masse kurz in den Kühlschrank legt. Das Kartoffel-Käse-Kräuterbuttergemisch zurück in die Kartoffel geben. Unsere Basiskartoffel ist nun fertig, hier noch einmal alles in der Übersicht.

Ein Grundrezept – drei Variationen

Jetzt könnt ihr eure Folienkartoffel weiter belegen. Ich habe drei Vorschläge für euch:

  1. mit Kasseler, Wirsingsalat und Preiselbeeren oder
  2. im „Hot Dog Style“ oder
  3. mit Stremellachs und Rote Bete-Salat

1. Kumpir mit Kasseler, Wirsingsalat und Preiselbeeren

Norddeutsche Kartoffelgerichte werden oft und gerne mit Kohl und Fleisch kombiniert. Dies nehmen für bei dieser Variante auf und kombinieren einen frischen Wirsingsalat mit den anderen Zutaten.

Für die Füllung dieser Folienkartoffel braucht ihr:

  • 1/2-1 Scheibe Kasseler
  • Für den Wirsingsalat:
    • 4 Blätter Wirsing
    • 1/4 Zwiebel
    • Spritzer Zitrone
    • 2 EL Balsamicoessig
    • 1 EL neutrales Öl
    • 1 TL Zucker
    • 1/4 TL Salz (vorsichtig, nicht zu viel)
    • Pfeffer
  • 1 EL Preiselbeeren aus dem Glas
  • Für den Dip:
    • 2 EL Speisequark (20% Fett)
    • 2 EL Milch
    • 1/2 TL Salz
    • 1 TL süßer Senf
    • Schnittlauch

Zubereitung

Schneidet die Wirsingblätter in ganz feine Streifen und blanchiert diese 5 Minuten in kochendem leicht gesalzenem Wasser. Wirsing abschrecken, in eine Schüssel geben. Zwiebel schälen und fein würfeln, dann unter den Wirsing mengen. Aus Zitronensaft, Essig, Öl, Zucker, Salz und Pfeffer das Dressing zusammenrühren und gut mit dem Salat vermengen. Wirsingsalat durchziehen lassen. Für den Dip Quark, Milch, Salz und süßen Senf verrühren, Schnittlauch in feine Ringe schneiden und unterheben. Nun das Kasseler in Würfel schneiden und wenig Fett in einer Pfanne anbraten. Wenn alles fertig ist, Wirsingsalat, Dip, Kasseler und dann die Preiselbeeren in die Kartoffel schichten.

Ihr könnt auch einen fertigen Kräuterquark nehmen und diesen mit süßem Senf und evtl. etwas zusätzlichem Zucker verfeinern. Statt Kasseler funktionieren auch ein paar Scheiben Kohlwurst (Mettenden) oder zwei Scheiben Kochschinken, diese dann allerdings nicht anbraten.

2. Kumpir „Hot Dog Style“

Zutaten

Die Füllung dieser Folienkartoffel ruft „Hallo Dänemark“ und besteht aus den klassischen Hot Dog-Komponenten:

  • 5-6 Scheiben eingelegte Gurken (Agurkesalat)
  • 2 EL Röstzwiebeln
  • 2-3 EL dänische Remoulade
  • 1 gebratenes Würstchen in Scheiben – falls ihr sie bei euch im Supermarkt bekommt vielleicht sogar Røde Pølser

Zubereitung

Ihr füllt als Erstes die Remoulade in die Kartoffel. Darauf verteilt ihr die gebratenen Würstchenscheiben. Nun die Gurkenscheiben auf die Kartoffel legen und mit Röstzwiebeln bestreuen. Schon ist die Folienkartoffel „Hot Dog Style“ fertig. Wenn ihr einzelne oder alle Komponenten selber machen wollt, findet ihr nachfolgend die Rezepte.

Für die Remoulade braucht ihr:

  • 80g Mayonnaise
  • 1 Essiggurke
  • 2,5 TL Aprikosenmarmelade
  • 3 Silberzwiebeln
  • 2 Röschen sauer eingelegten Blumenkohl
  • 1 TL Petersilie
  • 1/4 TL Salz
  • 1/2 TL Senf
  • 1/4 TL Zitronensaft
  • 1/2-1 TL Curry
  • Prise Pfeffer

Die Mayonnaise mit den Gewürzen, dem Zitronensaft und der Aprikosenmarmelade vermengen. Essiggurke, Silberzwiebeln und Blumenkohl sehr fein hacken und unter die Mayonnaise rühren. Abschmecken und fertig! Die Remoulade ist reichlich bemessen und reicht für mehr als eine Kartoffel.

Selbstgemachte Röstzwiebeln:

  • 1/2 Zwiebel in Ringen
  • 1/2 TL Mehl
  • Prise Salz
  • Kokosfett zum Frittieren

Die Zwiebelringe in Mehl wälzen und dann im Kokosfett in einem Topf frittieren. Es dauert relativ lange, bis die Zwiebeln Farbr annehmen. Wenn die Zwiebeln die gewünschte Farbe haben, auf einem Küchentuch abtropfen lassen.

Eingelegte Gurken:

  • Dünne Scheiben 1/2 Gurke, geschält
  • Zwiebelringe von einer halben Zwiebel
  • 1 EL Senfkörner
  • 1 TL Pfefferkörner
  • 100 ml Wasser
  • 200 ml weißer Balsamicoessig
  • 1/4 TL Salz
  • Zucker nach Geschmack (ca. 50g)

Wasser, Essig, Senfkörner, Pfefferkörner, Salz und Zucker zusammen aufkochen. Sud abschmecken (wie sauer oder süß man es mag ist meiner Erfahrung nach sehr individuell), Gurkenscheiben in Gläser füllen und Zwiebelringe darauflegen. Mit Sud übergießen und Glas verschließen. Über Nacht durchziehen lassen. Die Gurken sind so ein paar Tage haltbar und schmecken auch prima zum Abendbrot.

3. Kumpir mit Stremellachs und Rote Bete-Salat

Für diese Folienkartoffel bereiten wir einen Salat aus Roter Bete und einen Schmand-Dip vor. Beides schmeckt super zum Stremellachs.

Wir brauchen folgende Zutaten:

  • Für den Rote Bete-Salat
    • 1 Kugel Rote Bete (vorgekocht)
    • 1/4 Zwiebel
    • 1-2 EL Zitronensaft
    • 2 EL Öl
    • Prise Salz
  • 1 Stück Stremellachs
  • Für den Dip:
    • Ein kleines Stück Frühlingszwiebel
    • 1/2 Becher Schmand
    • 1 TL Senf (mittelscharf)
    • 1/2 TL Honig
    • Dill
    • Prise Salz
Fotos: Kerstin Limbrecht-Ecklundt/@Jannes_Schwester

Zubereitung

Benutzt für den Rote Bete-Salat Einweghandschuhe, die Hände sind sonst schnell farbig. Nehmt nun eine vorgekochte Rote Bete, würfelt diese fein und schmeckt sie mit Zitronensaft, Öl und Salz ab. Das Stück Zwiebel schälen, fein würfeln und unterheben. Der Dip wird aus Schmand, Senf, Honig und Salz hergestellt. Etwas Dill fein hacken und unterheben. Nun noch den Stremellachs zerpflücken und die Frühlingszwiebel in Ringe schneiden. Jetzt alle Zutaten in die Kartoffel schichten.

Statt des Rote Bete-Salats kann auch sauer eingelegte Rote Bete aus dem Glas verwendet werden. Der Dip ist schnell angerührt, wenn man Schmand mit fertiger Honig-Senf-Sauce verrührt.

Es gibt so viele Möglichkeiten für weitere leckere Variationen und ich hoffe, meine Rezepte machen Lust darauf, ein paar Kartoffeln in den Ofen zu schieben. Julia und ich würden uns sehr freuen, wenn ihr Bilder eurer Folienkartoffeln mit uns teilt und uns bei Instagram @jannes_schwester und @deichdeern_com verlinkt.

Guten Appetit!

Kerstin aus dem Deichdeern-Team

P.S: Lust auf ein Kartoffel-Sortenmemory?

Dann hätten wir hier was für dich zum Download. Die Bilder sind ungefähr auf Visitenkartengröße. Die passenden Rezepte dazu findest du auf der Europlant-Homepage unter https://www.europlant.biz/rezepte/

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