Bauernhof-Kita gesucht

Danke an meine Freundin Lena vom Hof Haase – Bauernhofpädagogik und Monteurwohnung für ihr Gießkannen-Tankstellen-Foto. Foto: Lena Haase


Es erreichen mich zahlreiche Anfragen, aber diese Woche erreichte mich eine besondere Nachricht: Ein privater Kita-Träger in Hamburg möchte sein Kita-Angebot erweitern und sucht einen landwirtschaftlichen Betrieb in Hamburg, auf dem eine neue Kita eröffnet werden kann. Bio oder konventionell sei hierbei völlig egal. Die Grundkonzeption sieht es vor, den Hamburger Jungs un Deern wieder einen Zugang zum Ursprung der Lebensmittel und dessen Produktion zu gewährleisten. Und Matsch. Natürlich! 
„Waldkindergarten kann jeder“, verriet mir das Kita-Werk. Ich habe mit denen telefoniert, um zu checken wie seriös das ist. Wenn wir Bauern angerufen werden und uns jemand sagt: „hey, ihr macht nen coolen Job. Dürfen wir bei euch ne Kita eröffnen?“ dann sind wir per se ja erstmal skeptisch. Insbesondere, wenn solch spooky Videos von alten, aufgeregten Damen am Feldweg rum kursieren, ist die Stimmung eher gedämpfter und misstrauischer. 

Hier also mein Appell: Die Anfrage ist echt und seriös. Wer den Kontakt haben möchte, darf mich gerne anschreiben. 

Des weiteren suchen die noch Betriebe im Hamburger Speckgürtel (hier also gerne auch SH und NDS) für regelmäßige Ausflüge. Dort auch gerne bei mir melden, dann leite ich das entsprechend weiter. 

Liebe Community, liebes Internet, wir als Bauernstand rufen laut nach mehr landwirtschaftlicher Bildung und Prägung im Kitaalter. Jetzt haben wir es in der Hand und können aktiv werden. Ich würde mich daher freuen, wenn ihr den Beitrag teilen könntet, um möglichst viele zu erreichen…Und wer weiß, vielleicht ließt es die nächste Kura-Leitung und sagt sich: Bauerhof-Kita, geile Idee?! 

Anfragen bitte an: deich.deern@gmx.de

Eure Deichdeern

10 Dinge, die du wissen solltest, wenn du dir einen Bauern angelst

87Bauern sind ganz besondere Menschen – insbesondere, wenn es um Dates und Beziehungen geht. Du möchtest auch gerne mit einem Landwirten anbändeln? Good choice. Ich habe für dich 10 Facts aufgeschrieben, die du vorab noch wissen solltest, wenn du und dein Herz sich für einen Hofbuben entscheiden.

1. Kein Date vor 21 Uhr.

Während sich der Ottonormalverbraucher so zwischen 19 und 20 Uhr zum Rendez-vous verabredet, schlägt der Herzbube ein lockeres „mir passt es ab neun“ vor. Sieh es mal so: Du kommst nie in die Dinner-Rushhour und kriegst immer einen Tisch. –> „Was Sie wollen einen Tisch für heute Abend? Unmöglich…achso, erst um 21 Uhr? Kein Problem.“

2. Strumpfhosentot.

Ladies, gewöhnt es euch ab in 15 €-Strumpfhosen zu investieren. Im Regelfall hat euer Date so dermaßen raue Hände, dass eine kleine, streichelnde Hand über das Knie ausreicht, um im Gothic Look die Location wieder zu verlassen. Doch es gibt Licht am Ende des Strumpfhosen-Tunnel: Ich habe jetzt ein letztes Mal groß investiert in „die Höhle der Löwen“-Strumpfhose von Bataillion Belette investiert. An Drahtbürsten getestet. So kann die Ersatz-Strumpfhose im Schrank bleiben.

3. Taktvoll.

Spätestens mit 14 wurde jeder Hoferbe zur Tanzschule geschliffen – ob er wollte oder nicht. Manche gingen freiwillig, andere bekamen einen Tanzschulgutschein und Lack (!)-Tanzschuhe zu Weihnachten und mussten was draus machen. Wie dem auch sei, tanzen können sie auf jeden Fall alle. Wobei eine Discofox-Ausbildung und  Taktgefühl zwei Paar (Lack-) Schuhe sind.

4. Hebamme auf Abruf.

Früher mussten die Landwirte oft zuhause bleiben, insbesondere wenn der Geburtstermin einer Färse (eine „Erstgebärende“ Kuh) näher rückte. Da hat sich allerdings ganz schön was getan auf dem Gebiet. Smartphone-sei-Dank könnt ihr heute gepflegt zum Grillabend fahren, weil der Bauer seinen Kreißsaal, sprich seinen Abkalbebereich, per Videokamera im Blick hat. Ein kleiner Schritt für die Digitalisierung, aber ein großer Schritt für die Unabhängigkeit.

5. Der Macher.

Du erstellst unheimlich gerne Do-it-yourself-Pinterestboards? Glückwunsch, damit deine Inspirationen nicht digital verpuffen, sondern auch umgesetzt werden, empfehle ich dir dringend dir einen Bauern zu angeln. Er ist nämlich Architekt, Statiker, Maurer, Betonbauer, Zimmermann und Tischler in Personalunion. Ein Macher halt.

6. Armageddon.

„Hey, wie war dein Tag? “ – „Gut.“- „Wirklich? Was hast du denn gemacht?“ Werte Damen, stellt die Frage nur, wenn ihr ausreichend Zeit und gute Laune habt. Es folgt nämlich eine Aneinanderreihung von Geschehnissen, die aus der Autorenfeder von Pleiten, Pech und Pannen stammen könnten. Denn ganz wichtig: Irgendwas geht immer kaputt. Womit wir bei Punkt 7 wären.

7. MacGyver.

„Weiß der Bauer keinen Rat, nimmt er Draht. Hat er den nicht zur Hand, nimmt er Band!“ Im tiefsten Inneren eines jeden Bauern steckt ein kleiner MacGyver, der nahezu täglich zum Vorschein kommt. Großes Plus für dich: Landwirte sind Positivdenker. Es gibt nichts, was sie nicht repariert kriegen. Und sollten sie es doch einmal nicht gerichtet bekommen, kennen sie irgendjemanden, meist mit schrägem Spitznamen (Kuddel, Kröte, Knackwurst), den sie auch an einem Sonntagnachmittag anrufen dürfen und der das Problem löst. Wichtige Währung auf dem Dorf, die du dir merken solltest: Kiste Bier.

8. Verliebt Trecker fahren.

Du hast im März, April, Mai, Juli, August, September oder Oktober Geburtstag? Häppi Börsdäi, du darfst mit deinem Schatz an deinem Ehrentag eine Runde mit auf dem Trecker fahren und die Zweisamkeit genießen. Sieh es doch mal so: Andere müssen dafür auf das große Jochen Schweizer-Portfolio zurückgreifen. Kleiner Tipp: Pflügen ist als Sozius nicht die beste Wahl. Du sitzt die ganze Zeit in Schräglage und als Dank wendet er sich die meiste Zeit nach hinten gen Anbaugerät.

9. Pläne ändern sich.

Du bist ein kleiner Orga-Freak und planst gerne im Voraus? Glückwunsch, wenn du mit einem Landwirten liiert bist, kannst du diese bad-behavior endlich ablegen und den Tag einfach mal passieren lassen. Irgendwas kreuzt immer deine Pläne: Kuh kalbt, Ersatzteile besorgen, Milchkontrolle oder einfach die Oma zum Kartenclub chauffieren. Großes Plus, wenn ihr dann auch noch eingeladen seid: Wer zu spät kommt, hat den großen Auftritt. Dein Outfit bekommt das Rampenlicht, das es verdient.

10. Wochenende ist nicht Wochenende.

Wenn du mit einem Landwirten anbändelst, solltest du wissen, dass Wochenende und Wochenende zwei völlig verschiedene Dinge sind. Das Wochenende, das du kennst, beginnt am Freitagnachmittag und endet mit dem Tatort am Sonntagabend. Für den Bauern bedeutet der Begriff Wochenende lediglich das Ende der Woche. Kleiner Tipp: Wenn du ein gemeinsames Wochenende genießen möchtest, empfehle ich dir ein Kurzurlaub auf dem Bauernhof. Das Beste daran: Der Montag fällt dir als normaler Arbeitnehmer gar nicht mehr so schwer, weil du dich Samstag und Sonntag auf de Hof austoben durftest.

Viel Spaß beim Angeln.
Petri heil,

Deine Deichdeern.

Neues Klingelschild

Wer mich kennt, weiß, dass ich als #Hans #Dampf gerne auf mehreren Hochzeiten tanze. Deshaaaaalb blogge ich ab jetzt sofort AUCH auf der niegelnagelneuen (ohne Glitzer!) Hofheld-Seite. Einem #virtuellen #Tresen für flotte Jungs un Deerns vom Land. So, ich werde mir jetzt erstmal ein neues Klingelschild machen lassen und *Hofheld* ergänzen. 🚀Yiiiieh-ha. 

🎯 Hier geht’s zu meinem ersten Hofheld-Blogpost inkl. Definition, was mich zum Helden macht: http://www.hofheld.de/?p=687


Was frisst eigentlich so eine Kuh?

Vergangene Woche sorgte ein Artikel in der Bild-Zeitung für reichlich Furore. Die beiden Redakteurinnen May und Holstein schrieben im Rahmen eines „Bio vs. kontentionell – Was ist besser?“-Artikels in der Ausgabe vom 10.März 2016 folgenden Satz, der das Fass zum überlaufen brachte:

„Damit sich die Euter der Kühe nicht entzünden, mischen herkömmliche Landwirte vorbeugend jeden Tag Antibiotika ins Futter, das zu einem Teil in die Milch übergeht.“

Als studierte Agrar-Ingenieurin, Journalistin und vorallem als Frau eines „herkömmlichen Landwirtes“ konnte und wollte ich diese Falschaussage nicht stehen lassen und entschied mich einmal fotografisch festzuhalten, was unsere 120 konventionell gehaltenen Milchkühe tatsächlich auf den (Futter-)Tisch bekommen. Seht selbst:

bild_tmr

Hier noch einmal mein Originaltext, den ich auf Facebook dazu gepostet habe:

„Liebe Bild-Zeitung,

wir Redakteure haben täglich viel auf dem Tisch und müssen abliefern. Da kann es – wie in eurem gestrigen Artikel – leider mal vorkommen, dass nicht ausreichend Zeit für eine sorgfältige Recherche zur Verfügung stand.
Kein Problem, der Landwirt an sich ist ja hilfsbereit und unterstützt gerne, wo er kann. Aus diesem Grund war ich mal so frei und hab meinem Mann beim Füttern der 120 Milchkühe über die Schulter fotografiert. Antibiotika steht allerdings nicht auf dem Speiseplan – weder bei uns, noch bei den Berufskollegen!

Wenn ihr mal wieder in zeitlichen Engpass kommen solltet, was die Recherche von Agrarthemen anbelangt, sagt doch einfach Bescheid. Wir helfen gerne.

Kollegiale Grüße,
Julia Nxxxxx
Agrar-Journalistin und Landwirtsgattin“

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